Im Nachgang zum Bundesrats-Geheimpapier um die Nationalbank kommt es zum Streit zwischen zwei prominenten Journalisten. Dies berichtet die "Schweiz am Sonntag". Hubert Mooser, Bundeshausjournalist der "Weltwoche", ist ausser sich. "Kollege" Urs Paul Engeler, ehemals "Weltwoche", jetzt "Handelszeitung", habe ihm die Story über das Geheimpapier des Bundesrats zu Nationalbank und Mindestkurs geklaut.
Er habe Engeler, der im Medienzentrum im gleichen Büro wirkt, am Montag in eine Seite des vertraulichen Aussprachepapiers blicken lassen, zwecks Einschätzung einer Passage. Am Tag vor Erscheinen der "Weltwoche" traf Mooser fast der Schlag: Die "Handelszeitung" setzte eine Online-Vormeldung ab, die wie eine Bombe einschlug: "Bundesräte wollen Mindestkurs wieder einführen." Was vom Bundesratssprecher sogleich dementiert wurde.
Die "Handelszeitung", nicht im Besitz des Papiers, hatte falsch zugespitzt. Engeler sagt, Mooser habe ihm erlaubt, einen Teilaspekt zu thematisieren. Er habe dann die Passagen, die er zitierte, eigenhändig in zwei Departementen "ausgegraben". Und mit der Online-Version, ohne die der Zoff nicht existieren würde, habe er nichts zu tun. Und überhaupt, sagt Engeler: "Der gute Hubert Mooser plustert sich nun auf und attackiert andere, weil er die Pointe seiner Geschichte verpasst hat. Er sollte sich über sich selbst ärgern! Punkt." Mooser gibt in der "Schweiz am Sonntag" zurück: "Es ist eher peinlich, wenn sich ein alternder Journalist wie Engeler mit fremden Federn schmückt und daraus auch noch eine Zeitungsente fabriziert." (SchwaS)

