Verleger-Präsident Hanspeter Lebrument teilt die Einschätzung der SP zur Situation der Medien nicht. "Die Schweizer Medien sind besser geworden", sagte er der Nachrichtenagentur sda. Die Schweizer Verleger seien gegen eine direkte Presseförderung. "Wir haben in der Schweiz eine bunte und vielfältige Medienlandschaft", sagte der Präsident des Verbands Schweizer Medien am Dienstag. Es seien in den letzten Jahren nicht viele Zeitungen verschwunden.
Zwar habe die Zahl der Eigentümer abgenommen. Im Gegenzug habe sich die Professionalität bei den Zeitungen erhöht und die Ausbildung der Journalisten verbessert.
"Ich teile die Sicht der SP überhaupt nicht", sagte der Verleger der Zeitung "Südostschweiz". Die Situation werde zur Krise hochstilisiert. Er erkenne nicht viele neue Vorschläge im Positionspapier der Partei.
Die Schweizer Verleger hätten sich gegen eine direkte Presseförderung ausgesprochen. Nur bei einzelnen Mitgliedern könne er sich vorstellen, dass sie das Modell der SP unterstützten.
Sehr skeptisch gab sich auch der Westschweizer Verband Médias Suisses. Der Vorschlag der SP berge ein Risiko der "Etatisierung". Laut Generalsekretär Daniel Hammer wäre eine Abgabe auf den Werbeeinnahmen "selbstmörderisch" für die Presse. Deren Einnahmen seien in zehn Jahren um 10 Milliarden Franken geschrumpft. Eine Gebühr auf dem Datenverkehr würde laut Hammer ein Territorialitätsproblem aufwerfen. (sda)

