Die privaten Medienhäuser und die SRG stehen offenbar vor einer Einigung in der Frage, wieweit die SRG im Online-Bereich publizistisch und mit Werbung präsent sein darf. Allerdings bedarfe es einer weiteren Sitzung, in der die letzten Differenzen ausgeräumt werden, ehe der fertige Bericht ans UVEK abgeliefert werden kann. Dies sagte Urs F. Meyer, Geschäftsführer des Verbandes Schweizer Medien, am Montag nach einer Sitzung der beiden Parteien auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Vertreter der Verleger und der SRG hofften, dass der fertige Bericht Ende Juni beim Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) eingereicht werden kann.
Noch offen ist laut Meyer die Höhe eines Schwellenwerts für die Einführung von Online-Werbung. Dazu wollen sich Verleger und SRG bis zur nächsten Sitzung noch Zahlen von Mediapulse beschaffen. In der letzten Gesprächsrunde sollen auch Fragen der Zusammenarbeit zwischen Verlegern und SRG besprochen werden. Die SRG wollte sich am Montag zu den laufenden Gesprächen auf Anfrage der sda nicht äussern. Weniger zuversichtlich als Meyer und die sda beurteilte unter anderem die "NZZ" die Nachricht von der Verlängerung der Verhandlungen. Nach wie vor bestünden erhebliche Differenzen zwischen dem öffentlichen Rundfunk und den Vertretern der Zeitungsverlage, schreibt das Pressehaus in einem Artikel auf seinem Onlineportal.
Medienministerin Doris Leuthard hatte im September 2011 die beiden Lager dazu aufgerufen, gemeinsam nach Lösungen im umkämpften Online-Markt zu suchen. In Arbeitsgruppen versuchen Verleger und SRG seither, Lösungen für Inhalte und Werbung im Online-Geschäft zu finden. Im April dieses Jahres wurde dem UVEK ein erster Teilbericht abgeliefert. (sda/nzz)

