Die Publigroupe will wieder vermehrt "Gas geben". Dies, nachdem während der wirtschaftlichen Flaute in der Medien- und Werbebranche Projekte zurückgestellt werden mussten, wie Publigroupe-CEO Hans-Peter Rohner in einem Interview mit der HandelsZeitung bestätigt. Rohner: "Es ist in der Tat so, dass wir während unserer Restrukturierungsphase Projekte zurückstellen mussten. Darunter hat auch die Innovationsfähigkeit ein wenig gelitten. In dieser Hinsicht müssen wir ganz klar wieder mehr Gas geben."
Die grösste Herausforderung sieht der CEO darin, eine Lösung für kombinierte Angebote Internet/Print zu finden und zu vermarkten. Weiter sieht er im Inserat eine gute Lösung für viele Probleme, aber es sei nicht das einzige Mittel. Rohner: "Hier werden wir mit neuen Angeboten auf den Markt kommen, hächstwahrscheinlich in Kooperation mit Verlegerpartnern, aber auch selbstständig".
Auch zum derzeitig virulenten Thema Tabloid-Format äussert sich der Medienexperte aus Lausanne. Er sieht in dieser Entwicklung eine logische Konsequenz, da sich die Formate an die alltäglichen Situationen in der Verkehrsmittel anpassen müssten. Das Format sei zwar praktisch, aber eine endgültige Ablösung vom klassischen Zeitungsformat mag Rohner nicht orten: "Trends kommen und gehen -- Tabloid ist einer davon."
Zur aktuellen Situation und der zukünftigen Entwicklung der Schweizer Medienlandschaft befragt, antwortet Rohner: "Wir stehen tatsächlich vor ein paar wichtigen Weichenstellungen. Eine ganz entscheidende Frage wird sein, ob es uns gelingt und eine Mehrheit es auch will, dass wir weiter einen eigenständigen Medien- und Werbemarkt haben, der im Wesentlichen aus der Schweiz heraus verantwortlich gestaltet wird."

