18.01.2026

WEF 2026

Verstärkter Medieneinsatz in Davos

Besuch von Donald Trump, eine besonders instabile geopolitische Lage und über 40 bilaterale Treffen der Bundesräte: Um das anspruchsvolle Programm des WEF abzudecken, mobilisieren die Schweizer Medien mehr als 50 Journalistinnen und Journalisten vor Ort, aber auch Unterstützung in den Redaktionen. Das geht aus einer Umfrage von persoenlich.com hervor.
WEF 2026: Verstärkter Medieneinsatz in Davos
Für das diesjährige WEF erhalten die Medienschaffenden vor Ort Unterstützung aus den Redaktionen. (Bild: WEF)

Ringier Medien Schweiz

Wie im Vorjahr decken elf Ringier-Mitarbeitende das WEF in Davos ab, schreibt die Medienstelle. Neben der Blick-Crew sind vier Personen aus den Wirtschaftsmedien (Bilanz, Handelszeitung und cash) vor Ort sowie eine Journalistin und ein Fotograf der Schweizer Illustrierten.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Besuch des US-Präsidenten. Die Ankunft von Donald Trump wird am Mittwoch live gestreamt und mit einer Sondersendung auf Blick.ch begleitet. Während seines Aufenthalts wird das Davos‑Team durch Kolleginnen und Kollegen aus Zürich verstärkt, um eine umfassende Berichterstattung auf allen Plattformen sicherzustellen. 
Die Themenschwerpunkte des WEF liegen sicherlich auf den geopolitischen Herausforderungen, unter anderem im Iran, in Venezuela und auf Grönland, sowie einem Rück- und Ausblick auf die geldpolitischen Fragen rund um den Zollstreit und den 15%-Deal zwischen den USA und Schweiz. 
Die Wohnsituation hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert: Statt mehrerer Wohnungen nutzt das Team diesmal eine gemeinsame Wohnung in unmittelbarer Nähe zum Kongresszentrum. Sie dient gleichzeitig als temporärer Newsroom in Davos.

Tamedia

Tamedia schickt sieben Journalistinnen und Journalisten aus den Ressorts Wirtschaft, Inland, Reportage und Social Media. Die Romandie ist vertreten. 2025 waren es sechs. Sie übernachten dieses Jahr wieder in der Privatwohnung, die eine Leserin zur Verfügung stellt.
Thematische Schwerpunkte sind die geopolitischen Spannungen und Konfliktherde, die mit der Anwesenheit von Donald Trump verknüpft sind (Grönland, Iran, Israel, Ukraine, Venezuela). Ebenso das Zollthema, also die Frage, wie sich die Wirtschaftspolitik der USA auf die Schweiz auswirkt. Dazu kommt die soziale und gesellschaftliche Ebene: die Stimmung, die Feiern, die Aufregung.

20 Minuten

Das Gratis-Newsportal ist mit drei akkreditierten Mitarbeitenden fest vor Ort, schreibt die Medienstelle. Zusätzlich werden weitere drei Mitarbeitende abwechselnd in Davos sein. So deckt 20 Minuten einerseits das umfangreiche WEF-Programm mit zahlreichen Reden und Veranstaltungen, andererseits Geschichten rund um das WEF ab.
An der WEF-Berichterstattung mitwirken werden Mitarbeitende aus den Ressorts News, Wirtschaft & Videoreportagen, Politik, Ostschweiz, Zürich, Videodesk, Newsdesk, Social Media, Community und Entertainment.
Damit seien ungefähr gleich viele Ressourcen wie letztes Jahr im Einsatz. Auch die Unterkunft ist dieselbe: eine Mietwohnung für die gesamte 20-Minuten-Delegation in Davos, deren Preis dieses Jahr leicht gestiegen ist.

NZZ

Die Abdeckung wird dieses Jahr verstärkt. Sechs Redaktionsmitglieder der NZZ sowie der NZZ am Sonntag – darunter die beiden Chefredaktoren – werden mehrere Tage in Davos sein, schreibt die Kommunikationsstelle. Es ist eine Person mehr als im Vorjahr. Ergänzend werden einzelne Kolleginnen und Kollegen tageweise aus Davos berichten. Das Team in Zürich wurde verstärkt. Untergebracht ist das Team in einem gemieteten Chalet sowie in einem Studio.
Im Zentrum der Berichterstattung stehen die geopolitische Lage, der Besuch von Donald Trump, die Entwicklungen in der Ukraine sowie die Tech-Firmen und deren Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Keystone-SDA

Die Nachrichtenagentur arbeitet mit derselben Konstellation wie im Jahr 2025. Insgesamt sind sechs Personen vor Ort: Zwei Journalisten aus der deutschsprachigen Redaktion, eine Journalistin aus der französischsprachigen Redaktion, ein Videojournalist, der auf Deutsch und Französisch produziert, sowie zwei Fotojournalisten. Ein Teil des Teams übernachtet in Klosters Dorf, der andere Teil in Davos Platz.
Das Dispositiv vor Ort sei ausreichend, um den Besuch von Donald Trump abzudecken, teilt der stellvertretende Chefredaktor Laurent Gilliéron auf Anfrage mit. Das Team in Davos wird zusätzlich von der Zentralredaktion in Bern unterstützt. Auch die Regionalbüros werden beigezogen. Sie decken die Ankunft und Abreise des US-Präsidenten sowie allfällige Demonstrationen ab. Wie bei anderen Ereignissen dieser Tragweite wird die normale Berichterstattung um einen Multimedia-Liveblog ergänzt. Ein zentraler Schwerpunkt der Berichterstattung dürfte laut Gilliéron die US-Aussenpolitik sein (Lateinamerika, Grönland), insbesondere die Beziehungen der USA zur Schweiz (Zolltarif). Auch Wolodymyr Selenskyj und die Situation in der Ukraine wird im Blick behalten. Hinzu kommen der Besuch von Emmanuel Macron sowie die zahlreichen bilateralen Treffen der Schweizer Bundesrätinnen und Bundesräte in Davos. 

SRF

Für SRF sind dieses Jahr 16 Personen am WEF im Einsatz, allerdings werden nicht alle zur gleichen Zeit vor Ort sein. Das ist eine Person mehr als vor einem Jahr. Zusätzlich – und neu im Vergleich zu 2025 – sind Moderatorin Eveline Kobler und Produzent Stefan Frühauf für eine «Eco Talk»-Sendung vor Ort, die direkt aus Davos gesendet wird. Die Mitarbeitenden übernachten in gemieteten Wohnungen.
Die Schwerpunkte liegen auf globalen Wirtschaftsfragen und der internationalen Politik. Über die Teilnahme von Donald Trump wird SRF berichten, jedoch ohne spezielles personelles Aufgebot. Ausserdem werden auch Themen mit innenpolitischem Bezug Teil der Berichterstattung sein, sind doch mehrere Mitglieder des Bundesrats vor Ort. Entsprechend sind Journalistinnen und Journalisten aus den Fachgebieten Wirtschaft, Bundeshaus und Ausland anwesend.

CH Media Publishing

Für die Zeitungstitel von CH Media berichten vier Personen aus Davos (Chefredaktion sowie die Ressorts Ausland, Wirtschaft und Inland), teilt die Medienstelle auf Anfrage mit. Untergebracht sind die vier Journalistinnen und Journalisten in der Wohnung eines pensionierten Redaktors. Damit ist das personelle Aufgebot gleich gross wie im letzten Jahr, wobei Publishing in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit den Regionalen Elektronischen Medien und Watson intensiviert. Dadurch werden die Zeitungstitel mehr Video-Inhalte auf ihren Onlineportalen und Apps publizieren.
Im Zentrum der Berichterstattung stehen die Friedensbemühungen um die Ukraine, das Schwerpunktthema Künstliche Intelligenz (KI), die Auftritte der Bundesräte am Weltwirtschaftsforum sowie die erstmalige Durchführung ohne WEF-Gründer Klaus Schwab.

CH Media, Regionale Elektronische Medien (TV/Radio)

Für die Regionalen Elektronischen Medien von CH Media ist Matthias Steimer (Leiter Bundeshaus) durchgängig vor Ort in Davos, Benno Kälin (Stv. Chefredaktor TeleZüri) an ausgewählten Tagen. Damit sind gleich viele Journalisten vor Ort wie im vergangenen Jahr, allerdings sind sie aufgrund der zahlreichen hochkarätigen Gäste und der angespannten geopolitischen Situation häufiger in Davos präsent, so die Medienstelle. Matthias Steimer übernachtet bei Freunden in Davos, Benno Kälin fährt abends nach Hause.
Der Schwerpunkt der Berichterstattung liegt auf der weltpolitischen Lage und der neuen Machtordnung, damit auf den Auftritten von Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj. Die logistisch aufwendige Ankunft des US-Präsidenten wird auch aus dem Unterland abgedeckt. Weitere zentrale Themen sind die Treffen der Bundesratsmitglieder, insbesondere mit der US-Delegation.

Watson

Das Newsportal ist am Mittwoch mit einem Reporter vor Ort in Davos präsent. Das personelle Aufgebot entspricht jenem des Vorjahres. Eine Übernachtung ist nicht vorgesehen.
Im Zentrum der Berichterstattung steht der WEF-Besuch von Donald Trump. Um die Rede des US-Präsidenten abzudecken, werden im Newsroom in Zürich zwei Videoschichten eingesetzt – statt wie üblich einer.

Somedia

Das WEF in Davos beschäftigt auch das Bündner Medienhaus. Fünf Personen sind vor Ort, schreibt Chefredaktorin Nikola Nording: zwei Redaktoren der Südostschweiz von Online/Zeitung, zwei für Radio/TV, die für Radio Grischa und TV Südostschweiz berichten, sowie eine Fotografin. Zusätzlich wird Nording tageweise nach Davos fahren.
Die Berichterstattung konzentriert sich vor allem auf die regionalen Aspekte des Forums: Wohnungsproblematik, Davoser beim WEF, Eigenheiten, die das WEF mit sich bringt. Begleitet wird das Ganze von einem multimedialen Newsticker.


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KOMMENTARE

Felix Hürlimann
19.01.2026 11:28 Uhr
Sehr bescheidene Leistung der privaten elektronischen Medien. Und die sollen dann wirklich alles besser machen, wenn die SRG weniger Geld bekommt? Zudem frage ich mich, ob keine Radiostationen angefragt wurden oder hat tatsächlich kein Sender mindestens eine Person am WEF? Auch bei SRF ist nicht klar, ob die ca. 15 Personen nur fürs TV oder auch für Radio und Online berichten. Und wieviele Personen schicken RSI, RTS und RTR?