Der Übernahmekampf um den Papierkonzern Baumgartner geht weiter. Der Verwaltungsrat lehnt eine von Asher Edelman beantragte Statutenänderung ab. Der Antrag für eine ausserordentliche Generalversammlung bleibt hängig, teilte Baumgartner am Donnerstag mit. Nach dem gescheiterten Übernahmeversuch des US-Financiers Asher Edelman von Anfang Jahr versucht die Gruppe um Edelman mit anderen Mitteln ihr Ziel zu erreichen. Mit dem Antrag, den Grundsatz "Eine Aktie - eine Stimme" in den Statuten zu verankern, will Edelman, der 27 Prozent des Aktienkapitals aber nur einen Stimmrechtsanteil von 3 Prozent hält, seine Macht zu vergrössern. Der Antrag wird nun vom Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 12. Juni zur Ablehnung empfohlen. Der Verwaltungsrat stelle sich unter den gegebenen Umständen gegen diese Forderung, heisst es weiter.
Zweifel über Stimmrechtsanteil Edelman's nicht ausgeräumt
Auch dem am letzten Wochenende eingereichten Edelman-Antrag für eine a.o. Generalversammlung erteilte das Baumgartner-Führungsorgan eine vorläufige Abfuhr. Bis anhin habe Edelman nicht belegen können, dass er die obligationenrechtlichen Bedingungen erfülle und eine Aktionärsgruppe mit einem Stimmrechtsanteil von über 10 Prozent vertrete. Deshalb bleibe der Antrag hängig. Edelman hatte am Wochenende die Einberufung einer a.o. Generalversammlung gefordert, um über die Abwahl aller Verwaltungsräte ausser des Präsidenten Jacques Baumgartner und Jean-Philippe Rochat abzustimmen. Neu sollen Asher Edelman, Stephen McAllister und Sebastiano Andina Einsitz nehmen.
Bei einer Wahl wollen die neuen Verwaltungsräte in einer ersten Etappe nicht mehr benötigte Immobilien im geschätzten Wert von 65 Mio. Fr. verkaufen. Ausserdem soll der Verkauf der französischen Baumgartner-Verpackungstochter Mittel im gleichen Umfang generieren. Die aus beiden Transaktionen erhaltene Summe von 130 Mio. Fr. soll an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Pro Aktie sind dies 1000 Franken.
Keine Dividende, neue Verwaltungsräte

