15.04.2013

VDZ

Vielfalt der deutschen Zeitschriften wächst

Werbeumsatz sinkt dennoch.

Obwohl es so viele Magazine wie nie zuvor gibt, verlieren die deutschen Zeitschriftenverleger an Werbeumsatz. Er fiel 2012 um 4,3 Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro, wie der Branchenverband VDZ am Montag in Berlin mitteilte.

Zum Vergleich: Die gesamten Bruttowerbeerlöse in Deutschland legten um 0,9 Prozent auf 26,2 Milliarden Euro zu. Für dieses Jahr wird ein weiteres Minus im Anzeigengeschäft erwartet, das mit 1,8 Prozent aber kleiner ausfallen soll.
 
Der Verteilungswettbewerb unter den verschiedenen Medienkanälen bleibe "die grösste Herausforderung für die Zeitschriften und unterstreicht die Bedeutung neuer Geschäftsfelder", sagte VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer.
 
Die Magazin-Vielfalt ist gross wie noch nie: Die Zahl der Publikumszeitschriften erhöhte sich allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 22 auf den Rekord von 1542 Titel. Die verkaufte Auflage schrumpfte 2012 trotzdem um eine Million auf 109,7 Millionen Exemplare, wobei die Zahl der Abonnenten gegen den Trend leicht zulegte.
 
Über ihre Online-Angebote kommen die Zeitschriften auf eine Reichweite von 69 Prozent - 2011 waren es noch 62 Prozent. Dennoch spielen die digital erzielten Einnahmen für die Verlage derzeit noch eine untergeordnete Rolle.
 
14 Prozent sollen sie in diesem Jahr zum Umsatz beitragen, der Printumsatz dagegen 68 Prozent. Der Rest wird mit Sonstigem wie Konferenzen verdient. Allerdings dürften die digitalen Einnahmen mit 13 Prozent besonders stark wachsen, ergab eine VDZ-Umfrage unter den mehr als 400 Mitgliedsverlagen.
 
Grosse Hoffnungen setzen sie auf Bezahlinhalte: 75 Prozent der Verlage gehen davon aus, dass entsprechende Angebote für Smartphones und Tablet-Rechner zum Treiber für "paid content" werden. (sda)

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