Service-Abbau und gleichzeitig immer unverschämtere Tarife und Cheflöhne bei SBB, Swisscom und Post: Das wollen sich viele Bürger von "ihren" Unternehmen nicht mehr gefallen lassen, wie es in einer Medienmitteilung vom Donnerstag heisst. Über 120'000 Leserinnen und Leser der Konsumentenzeitschriften K-Tipp, Saldo, Bon à Savoir und Spendere Meglio unterschrieben innert einem Jahr die Volksinitiative "Pro Service public". Die Initianten reichten heute 105'000 beglaubigte Unterschriften ein. Ziel der Initiative: Die Bundesbetriebe sollen nicht einen möglichst hohen Gewinn erwirtschaften, sondern in erster Linie der Bevölkerung einen guten und bezahlbaren Service bieten.
Hintergrund des Volksbegehrens: Die Redaktionen der Konsumentenzeitschriften erhielten in den letzten Jahren zunehmend Beschwerden über das Gebaren der Bundesbetriebe: SBB, Post, Swisscom & Co. machen auf Kosten der Bevölkerung immer höhere Gewinne. Gleichzeitig wird der Service rasch abgebaut. Folge: Überfüllte, schmutzige Züge, verwirrendes Tarifsystem, Bussen statt Beratung, lange Wartezeiten vor den verbleibenden Schaltern, Abbau von Briefkästen und Poststellen etc. Ausserdem steigen die Preise steigen fast jedes Jahr. "Diese Entwicklung geht in die falsche Richtung. Für die Bundesbetriebe soll neu gelten: Service vor Profit!“, so der publizistische Leiter von K-Tipp und Saldo, René Schuhmacher heute Donnerstag bei der Einreichung der Initiative im Bundeshaus.
Die Post und die Swisscom lieferten in den letzten Jahren zusammen Milliardengewinne ab. Das seien nichts anderes als versteckte Steuern, kritisieren die Initianten. Die Zeche zahlten die Bürger, denen diese Betriebe gehören. Das will diese Initiative ändern. Guter Service soll bei den Bundesbetrieben wichtiger sein als der Profit. Dem Bund soll es untersagt sein, mit zu hohen Post-, SBB- und Swisscom-Tarifen indirekt Steuern zu erheben.
Die Initianten wollen aber auch die überhöhten Manager-Löhne in diesen Betrieben senken. Schuhmacher: "Viele Schweizer verstehen nicht, dass ein Swisscom-Chef heute vier mal soviel verdient wie ein Bundesrat". Dank der Initiative könnten nun die Schweizer endlich einmal darüber abstimmen. (pd)
Symbolbild: Keystone

