29.04.2008

Radio 1

Vorwürfe von RadioEins zurückgewiesen

Schawinski sieht Klage gelassen entgegen.

Nachdem Roger Schawinski im Namensstreit um den Sendernamen "Radio 1" letzte Woche in Berlin um eine Fristverlängerung gebeten hat ("persoenlich.com" berichtete), nimmt Radio 1 jetzt ausführlich Stellung zu den Vorwürfen des Berliner Senders "RadioEins" und weist sämtliche Punkte in aller Form zurück.

Die Forderung, dass Schawinskis Radio 1 sein Programm in Deutschland nicht mehr übers Internet verbreiten solle, entspreche in keiner Weise der deutschen Rechtssprechung. Eine ähnliche Klage habe der Bundesgerichtshof BGH abgewiesen, heisst es in der Stellungnahme. Dabei bezieht sich Radio 1 auf die Klage einer deutschen Hotelkette. Diese wollte einem gleichnamigen Hotel in Kopenhagen DK verbieten, seine Angebote in Deutschland übers Internet zu verkaufen.

Die Ausgangslage beim Zürcher Radiosender sei noch klarer als im genannten Fall, da Radio 1 sich weder um Werbung aus Deutschland noch für ein deutsches Publikum bemühe. Auch würden sich die beiden Namen Radio 1 und RadioEins deutlich unterscheiden.

Die Forderung, dass Radio 1 auf seinen Claim "Nur für Erwachsene" verzichten soll, wird ebenfalls zurückgewiesen. Radio 1-Gründer Schawinski äussert sich in der Stellungnahme dazu folgendermassen: "Es handelt sich nicht um einen schützensfähigen kreativen Begrif, sondern um einen im Alltag häufig gebrauchten Ausdruck. Aus all diesen Gründen sieht Radio 1 einer Klage von RadioEins mit Gelassenheit entgegen."

Wie Unternehmenssprecher Ralph Kotsch gegenüber der Nachrichtenagentur SDA erklärte, werde der RBB nach Ablauf der gesetzten Frist wie angekündigt gegen Schawinski klagen. Dies wird voraussichtlich kommende Woche der Fall sein.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) möchte Schawinski den Gebrauch des Sendernamens sowie des Slogans "Nur für Erwachsene" untersagen, weil der Schweizer Sender übers Internet auch in Deutschland empfangbar ist. Der RBB betreibt selbst in Berlin einen Sender mit dem Namen "Radioeins" und wirbt dafür mit demselben Werbespruch wie Schawinski in der Schweiz. (per/sda)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen