Kein Ende im Streit um einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die grafische Industrie: Mit rund 90 Prozent Ja-Stimmen haben die Arbeitnehmer-Vertreter an einer Urabstimmung Kampfmassnahmen beschlossen. Am 17. Juni wird gestreikt. Mit einer Grossdemonstration an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Verbandes für visuelle Kommunikation (Viscom) in Solothurn wollen die Beschäftigten die Arbeitgeber dazu bewegen, den Forderungen nachzukommen, wie die Mediengewerkschaft Comedia am Freitag mitteilte. Dabei setzt Comedia der Viscom eine letzte Frist: Die GAV-Verhandlungen sollen wieder aufgenommen und bis spätestens Ende September abgeschlossen werden. Andernfalls würden für den Herbst landesweite Streikaktionen vorbereitet.
Die Viscom nimmt die Comedia-Äusserungen gelassen zur Kenntnis, wie Viscom-Direktor Hans-Ulrich Bigler auf Anfrage erklärte. Die Streik-Drohung für den 17. Juni sei von Comedia bereits Ende April nach Abbruch der Verhandlungen angekündigt worden. Das Ja zu den Kampfmassnahmen sei von vornherein klar gewesen, da die Strategie von Anfang an auf eine Auseinandersetzung zielte, erklärte Bigler. Nun sei es aber Sache der Delegierten zu entscheiden, wie es weitergeht. Bisher sei nichts entschieden.

