10.11.2021

SRF

Welche Abteilungen vom Abbau betroffen sind

An einer Personalveranstaltung hat die SRF-Geschäftsleitung über das laufende Sparprogramm bis Ende 2023 informiert. Die meisten Stellen fallen im Bereich Produktion und Distribution weg. Aufgrund einer Personalbefragung wurden fünf Massnahmen definiert.
SRF: Welche Abteilungen vom Abbau betroffen sind
Erste Kündigungen gibt es noch diesen Monat: SRF-Direktorin Nathalie Wappler. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Bis Ende 2023 baut SRF 145 Stellen ab. Nun ist bekannt, dass 75 davon über alle Abteilungen hinweg abgebaut werden sollen. Massgebend für den Umfang pro Abteilung sind drei Kriterien: Grösse der Organisation, Struktur sowie Ausrichtung auf die Strategie «SRF 2024».

An einer Informationsveranstaltung hat die SRF-Geschäftsleitung am Mittwoch das Personal unter anderem darüber informiert, in welchem Umfang die einzelnen Abteilungen vom Stellenabbau betroffen sind.

Gemäss einer von SRF erstellten Tabelle (siehe unten) fallen bis Mitte 2022 in der Produktion 3,6 Stellen weg, bis Ende 2022 in derselben Abteilung nochmals gleich viel. In der Distribution sind es bis Mitte 2022 drei Stellen und bis Ende 2022 nochmals 3,1.

Abbau_nach_Abteilungen_1

Die 75 Stellen werden in drei Phasen über einen sogenannten Leistungs- und Programmverzicht abgebaut. Bereits diesen Monat werden Kündigungen ausgesprochen, wie SRF am Mittwoch mitteilte. Im Dezember erfolgen keine Kündigungen. Wie viele Kündigungen es insgesamt geben wird, ist noch offen, wie SRF auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schreibt. Ziel sei es, den Stellenabbau möglichst über natürliche Fluktuation und frühzeitige Pensionierungen umzusetzen. Ursprünglich sollten die 145 Stellen bereits bis Ende dieses Jahres abgebaut werden. Im Sommer hatte die Geschäftsleitung jedoch beschlossen, den Abbau zeitlich gestaffelt bis Ende 2023 durchzuführen (persoenlich.com berichtete). Durch die Etappierung könne die Anzahl der Entlassungen reduziert werden, teilte SRF damals mit. Die übrigen 70 der 145 abzubauenden Stellen werden über bereits kommunizierte Anpassungen im Angebot und durch Senkung der Produktionsstandards reduziert, wie es in der Mitteilung heisst. Dieser Abbau geschehe vor allem in der Produktion, teils auch in den übrigen Abteilungen. Bislang wurden bereits 88 Vollzeitstellen abgebaut, dabei gab es 27 Entlassungen.

Personal fühlt sich zu wenig eingebunden

Weiter informierte die Geschäftsleitung über die Ergebnisse der Personalbefragung, die im Spätsommer 2021 von der Firma Fehr Advice bei SRF durchgeführt wurde. Themenbereiche der Befragung waren Identifikation und Zufriedenheit der Mitarbeitenden, Schutz der persönlichen Integrität sowie die Strategie «SRF 2024». An der Umfrage haben 1160 Mitarbeitende (39 Prozent) teilgenommen.

Bezüglich der Erreichung der Ziele von «SRF 2024» sind die Befragungsergebnisse heterogen. Eine Mehrheit glaubt daran, dass die Strategie das digitale Angebot stärkt. Skepsis gibt es, ob jüngere Zielgruppen besser erreicht werden können und die Strategie zu flacheren Entscheidungsstrukturen führt. Zudem fühlen sich die meisten Befragten nicht ausreichend eingebunden und die Strategie würde wenig vorgelebt im Unternehmen.

Wie die Ergebnisse zeigen, ist der Anteil der Mitarbeitenden, die sich stark mit SRF identifizieren, mit 83 Prozent sehr ausgeprägt. Auffällig ist, dass sich 25-jährige und jüngere Mitarbeitende stärker mit SRF identifizieren. Bei 17 Prozent der Mitarbeitenden bestehe ein deutliches Potenzial, die Identifikation zu erhöhen, schreibt SRF.

56 Prozent der Mitarbeitenden sind mit ihrer Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden, wobei insbesondere Selbständigkeit, Sinn und Vielfältigkeit geschätzt werden. Negativ wahrgenommen wird, dass die Arbeit unter Sparmassnahmen leidet und mit viel Druck verbunden ist. Die Beurteilung der Zufriedenheit mit den direkten Vorgesetzten fällt unterschiedlich aus: 43 Prozent sind zufrieden, 26 Prozent nicht. Dasselbe gilt für die Entwicklungsoptionen: 37 Prozent sind unzufrieden, 28 Prozent zufrieden.

Fünf Ansatzpunkte definiert

Aufgrund der Befragungsergebnisse hat die Geschäftsleitung fünf Ansatzpunkte für Massnahmen ausgemacht und vorgestellt: Vorbildfunktion der Geschäftsleitung und Vorgesetzten, Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, Verbesserung der Weitergabe von Informationen/Führungsverantwortung, Personalentwicklung und Karrierepfade sowie Entwicklung einer Feedbackkultur. Zu diesen Themen wird nun die Abteilung HR & Change zusammen mit den anderen Abteilungen Massnahmen entwickeln. (sda/pd/wid)

 



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Kommentare

  • Rolf Hürzeler, 12.11.2021 14:19 Uhr
    Seit Jahrzehnten beobachte ich nun die SRG. Regelmässig laufen die Sparrunden nach dem gleichen Ritual ab: Zuerst ein Riesengeheul und am Schluss sind alle mehr oder wenig zufrieden bis zur nächsten Übung.
  • Maja Ziegler, 11.11.2021 10:00 Uhr
    Traurig, wie sich SRF entwickelt. Offensichtlich gehen die Sparmassnahmen weiter und leidtragend sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche wegrationalisiert werden. Es fehlt die Strategie und damit verbunden die Zielvorgabe aus dem Departement UVEK. So wie von Wappler geplant, wird das nichts.
  • martin hausmann, 11.11.2021 09:34 Uhr
    Warum im Bereich Direktion lediglich die Zahl 1 steht ist wohl symptomatisch. Da wäre ein 5 zielführender. Denn, klar, wer will schon am eigenen Stuhl sägen.
  • Emilio Maroño, 11.11.2021 09:23 Uhr
    Es ist Zeit, die Matte zu wechseln, zu viele Leute für nur Werbung und noch mehr Werbungen, dies ist kein Fernsehen, es ist ein Verkaufsgeschäft
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