03.10.2014

Axel Springer

"Welt"-Literaturpreis für Haruki Murakami

Der japanische Schriftsteller wird für sein Gesamtwerk ausgezeichnet.

Den "Welt"-Literaturpreis des Jahres 2014 erhält der japanische Schriftsteller Haruki Murakami für sein literarisches Gesamtwerk. Der Preis wird ihm am Freitag, 7. November 2014, im im Berliner Axel-Springer-Haus übergeben. Die Laudatio wird der österreichische Autor Clemens J. Setz halten.

Haruki Murakami sei der bedeutendste zeitgenössische Schriftsteller Japans, heisst es in der Begründung der Jury. In seinem Werk verbinde er Tradition der europäischen und amerikanischen Moderne mit Einflüssen aus der Popkultur und der Genreliteratur wie etwa Kriminalroman und Fantasy. Zugleich habe er in Werken wie "Untergrundkrieg" oder "Nach dem Beben" die aktuellen Terror- und Katastrophenerfahrungen unserer Gegenwart zum Thema der Literatur gemacht.

Kandidat für den Literaturnobelpreis
Murakami wurde am 12. Januar 1949 in Kyoto geboren. Nach seinem Studium der Theaterwissenschaft gründete er in Tokio eine Jazzbar. Ende der Siebzigerjahre begann er mit dem Schreiben. Er ist Autor zahlreicher weltweit erfolgreicher Romane und Erzählungsbände und wurde in etwa fünfzig Sprachen übersetzt. Sein Durchbruch in Deutschland gelang ihm mit den Romanen "Mister Aufziehvogel", "Gefährliche Geliebte", "Naokos Lächeln" und "Tanz mit dem Schafsmann" sowie mit dem Erzählungsband "Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah".

Murakami wird auch immer wieder als aussichtsreicher Kandidat für den Literaturnobelpreis genannt, heisst es in der Mitteilung von Axel Springer.

Nach Jonathan Franzen (2013), Zeruya Shalev (2012), Albert Ostermaier (2011), Claude Lanzmann (2010), Philip Roth (2009), Hans Keilson (2008), Daniel Kehlmann (2007), Rüdiger Safranski (2006), Yasmina Réza (2005), Amos Oz (2004), Jeffrey Eugenides (2003), Leon de Winter (2002), Pat Barker (2001), Imre Kertész (2000) und Bernhard Schlink (1999) ist Haruki Murakami der sechzehnte "Welt"-Literaturpreisträger.

Der mit 10’000 Euro dotierte Preis erinnert an Willy Haas, der 1925 "Die literarische Welt" gründete. Ausgezeichnet werden ein einzelnes Buch oder ein Gesamtwerk. Zur Jury gehören der britische Verleger Lord George Weidenfeld, "Welt"-Feuilletonchef Cornelius Tittel, und Richard Kämmerlings, Leiter der "Literarischen Welt". (pd)


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