29.02.2012

SRF

Wenig Mut bei neuen Signeten

Wie wenn sich eine Swatch-Uhr zusammensetzt.
SRF: Wenig Mut bei neuen Signeten

Extrem kurz und konsequent nur noch rot-weiss: Die am Mittwoch erstmals eingesetzten News-Signete des Schweizer Fernsehens setzen voll auf Sachlichkeit und Corporate Identity. "Sehr gewagt", sagt Marco Fumasoli, ehemaliger SRF-Creative-Director. Er hätte mehr Mut zur Veränderung erwartet. Für persoenlich.com hat Fumasoli zusammen mit Robert Ruoff, einem langjährigen "Tagesschau"-Sprecher, die neuen Signete beurteilt. Zum Bericht:

Kurz und sec: Die neuen SRF-News-Opener bestechen sicher nicht durch starke Emotionalität, sondern setzen auf Sachlichkeit. Im Zentrum steht – wie seit jeher – das weltweit sehr gebräuchliche news-typische Symbol: Die Weltkugel. "Rot zu verwenden für die Weltkugel ist sehr gewagt", sagt Marco Fumasoli, der früher als Creative Director bei SRF selber Tagesschau-Designs kreierte. "Diese Art von Grafik ist für mich extrem hart, extrem reduziert. Die Tiefe fehlt. Auf dem weissen Hintergrund sieht man Schatten. Es gibt keine 3D-Tiefe, das heisst, der Raum ist eigentlich flach, denn durch die Schatten wird der Raumeindruck entschärft und die Strenge verstärkt."

Spardruck ist sichtbar

"Wenn ich den 10vor10-Opener anschaue, habe ich eher den Eindruck, eine Swatch-Uhr setze sich zusammen, als dass sich eine Sendung ankündigt, die an eine aktive Generation gerichtet ist. Die 10vor10-Grafik wirkt wie Präzisionsteilchen eines abstrakten Mandalas." Laut Fumasoli sind die 3D-Möglichkeiten zuwenig gut ausgeschöpft. "Dies zeigt auch einen gewissen Spardruck, der vorzuherrschen scheint". Die Opener brächten generell zum Ausdruck, dass die neue Führung das ganze Unternehmen straffer leite und die Sendungen sachlicher machen wolle. "Solche Opener macht man nicht, wenn man mehr Emotionen in die Sendung bringen will", sagt er. "Für mich ist dieser Opener ein Retro-Signet, extrem sec."