Die Public Discourse Foundation hat zusammen mit der Public Policy Group der ETH Zürich den Public Discourse Indicator lanciert. Das Dashboard analysiert systematisch Kommentarspalten auf Schweizer Nachrichtenportalen und macht Daten zur Qualität des Online-Diskurses öffentlich zugänglich. Grundlage sind Daten der 20 Minuten Gruppe und Ringier, die wöchentlich aktualisiert werden, wie die Public Discourse Foundation am Dienstag mitteilt.
Die Auswertung zeigt, dass wöchentlich zwischen 70'000 und 135'000 Kommentare von Nutzerinnen und Nutzern eingereicht werden. In ereignisreichen Wochen – beispielsweise Ende Februar, als Deutschland wählte und Präsident Selenski Präsident Trump im Weissen Haus traf – stieg die Zahl entsprechend an.
Zwischen 13 und 30 Prozent der eingereichten Kommentare enthalten toxische Elemente wie Drohungen, Verleumdungen oder abwertende Sprache. Zwischen 2 und 10 Prozent beinhalten Hassrede, die sich gezielt gegen Personen oder Gruppen aufgrund von Identitätsmerkmalen richtet. Ein Grossteil dieser Kommentare wird nicht veröffentlicht.
Besonders auffällig ist die Verteilung: Nur 5 Prozent der Nutzer verfassen rund 78 Prozent der Hasskommentare. Diese User sind auf den Plattformen sehr aktiv und schreiben auch viele unverfängliche Beiträge. Für die Identifizierung toxischer Kommentare entwickelte die Stiftung einen Algorithmus, der auf manuell annotierten Daten basiert und wöchentlich alle neu eingereichten Beiträge klassifiziert.
«Dank der Zusammenarbeit mit der Public Discourse Foundation konnten und können wir neue Methoden im Alltag testen und so Strategien für einen besseren Diskurs umsetzen», wird 20 Minuten in der Mitteilung zitiert. (pd/spo)

