04.11.2011

Tagi-iPad-App

Weniger Downloads seit sie kostet

Störungen wegen Wechsel auf iOS 5.

Seit September ist die im Sommer lancierte Tages-Anzeiger-iPad-App kostenpflichtig. Während damals die Verantwortlichen bei Tamedia mit den 40‘000 Downloads und den rund täglichen 10‘000 Besuchen "sehr zufrieden" waren, wartete man gespannt auf die Auswirkungen der Bezahl-Schranke. Würden die Leser tatsächlich zwei Franken pro Tag (resp. 29 Franken pro Monat) für den iPad-Tagi locker machen? Eine Anfrage bei Tamedia brachte wenig Konkretes: "Bis klar ist, wie die iPad-Nutzung vergleichbar und transparent ausgewiesen werden kann, werden wir uns mit der Veröffentlichung von Nutzungsdaten zurückhalten", sagt Tamedia-Mediensprecher Christof Zimmer gegenüber persoenlich.com. Weder Zahlen, noch Grössenordnungen wollte er nennen. Er verriet nur soviel: "Wie erwartet, sind die Downloads nach der Bezahlpflicht gesunken". Ein Rückgang der Downloads in einer ersten Phase sei jedoch normal.

Aus den Kommentaren auf ipad.tagesanzeiger.ch/mitreden und in iTunes ist ersichtlich, dass die App vor allem bezüglich Inhalt, Layout und Navigation gut ankommt. Probleme gibt es momentan hingegen mit dem Herunterladen: Lange Wartezeiten oder zahlreiche Abstürze werden geschildert. "Der Wechsel auf iOS 5 und Wartungsarbeiten an den Servern führten teilweise zu Störungen. Wir gehen davon aus, dass sich der Betrieb nun wieder normalisiert“, erklärt Zimmer.

Tamedia will die iPad-Redaktion wie bis anhin weiterführen. In den nächsten Wochen ist weder eine Aufstockung noch ein Abbau des Personals in diesem Bereich geplant. Ausserdem ist man laut Zimmer im Gespräch mit der Wemf, Net Metrix sowie anderen Verlagshäusern, um die iPad-Nutzung nach einheitlichen Kritierien und gemeinsam mit den Print-Ausgaben beglaubigen zu können. Denn das Interesse des Werbemarktes für die bezahlte iPad-App des Tages-Anzeiger sei gross. "Die Verbindung einer klassischen Zeitungsstruktur mit den Möglichkeiten des iPads ist für unsere Kunden sehr attraktiv. Die iPad-App erlaubt neue Werbeformen wie Interstitial (Werbung zwischen Webseiten, die vor dem Aufbau der gewünschten Seite erscheint), interaktive Werbung oder auch Multimediainhalte wie Videos“, erklärt Zimmer. Kunden wie Julius Bär, Die Mobiliar und Zurich Connect hätten bereits Kampagnen auf der neuen iPad-App umgesetzt. Tamedia ist zufrieden mit den Umsätzen und rechnet für 2012 mit einem weiteren Wachstum.

Tamedia setzt stark auf das iPad. Mittelfristig seien aber auch Apps für das iPhone, Android oder andere Plattformen möglich, sagt Zimmer. (eh)


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