10.04.2008

Edipresse

Weniger Umsatz, mehr Gewinn

Gratiszeitung "Le Matin bleu" floriert.

Das Westschweizer Verlagshaus Edipresse hat 2007 den Reingewinn trotz Margendrucks im Zeitungsgeschäft um 7,3 Prozent auf 32,3 Mio. Fr. gesteigert. Der Konzernumsatz sank hingegen um 8,1 Prozent auf 814,6 Mio. Franken. Grund seien Devestitionen, wie Edipresse am Donnerstag mitteilte. Auf vergleichbarer Basis hätte der Umsatz um 3,7 Prozent zugelegt.

Auf operativer Stufe (Ebit) blieben der Herausgeberin von "24 heures", "Tribune de Genève" und "Le Matin" 59 Mio. Fr. und damit ein Plus von 4,1 Prozent. Im Geschäft mit Tageszeitungen, das Edipresse ausschliesslich in der Schweiz betreibt, habe der Margendruck weiter zugenommen. Der Umsatz ging hier um 2,1 Prozent auf 349,8 Mio. Fr. zurück. Gesamthaft hat sich bei den Tageszeitungen das Inserategeschäft gehalten. Während das Inseratevolumen bei der vor zwei Jahren lancierten Gratiszeitung "Le Matin Bleu" gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent wuchs, sanken die Werbeerträge dagegen bei den anderen Tageszeitungen.

Das Gratisblatt zählt mittlerweile 469 000 Leser und konkurrenziert damit die hauseigenen Bezahl-Blätter. Deren Verkäufe gingen um 3,3 Prozent zurück. Um diese Entwicklung zu stoppen, wurden im letzten Jahr "24 heures" und "Tribune de Genève" reorganisiert. In den Rubriken Ausland, Inland und Wirtschaft wurden die Ressourcen der Redaktion zusammengelegt. Zudem bereitet Edipresse einen Neustart der Bezahl-Boulevardzeitung "Le Matin" vor. Ziel: Stärkere Abgrenzung von den Gratisblättern und Erhöhung des redaktionellen Mehrwerts.

Im Magazingeschäft nahm der Umsatz um 6,6 Prozent ab. Mit 404 Mio. Fr. bilden die Magazine aber den grössten Umsatzträger. Edipresse verlegt weltweit in 15 Ländern über 180 Magazine. Höhepunkt des Jahres war in diesem Geschäft die Gründung der grössten spanischen Zeitschriftenverlegerin RBA Edipresse. Dabei haben Edipresse und ihre bisherige Konkurrentin RBA grosse Teile ihrer Aktivitäten auf der iberischen Halbinsel zusammengelegt. So hoffen sie, in dem stark umkämpften und schrumpfenden Markt weiter zulegen zu können. Edipresse hält an der Gesellschaft 33 Prozent.

Auch die Geschäfte in Osteuropa und Asien entwickelten sich mit einem Umsatzplus von 25 respektive 15 Prozent gut. Allein in Osteuropa erwirtschaftete Edipresse dank sprudelnder Werbeeinahmen und Neulancierungen von Magazinen einen Umsatz von 185 Mio. Franken. Trotz guten Starts ins neue Jahr, bleibt Edipresse beim Ausblick vorsichtig. Die Auswirkungen der Finanzmarktkrise mache eine Einschätzung schwierig, hiess es. (sda)


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