Das Westschweizer Medienhaus Edipresse hat im ersten Halbjahr 2011 deutlich weniger verdient. Der Gewinn sank um mehr als die Hälfte auf 7,1 (Vorjahr 20,1) Millionen Franken. Der Umsatz ging um 9,5 Prozent auf 80,4 Millionen Franken zurück, wie Edipresse am Dienstag mitteilte. Einen negativen Einfluss auf das Ergebnis hatte laut Edipresse vor allem der starke Franken. In konstanten Wechselkursen gerechnet stieg der Umsatz um 1,5 Prozent an. Der Konzern profitierte vom Wachstum seines Umsatzes in Osteuropa und Asien.
Nach dem Verkauf seiner Schweizer Aktivitäten an den Medienkonzern Tamedia schrieb Edipresse mit den fortgeführten Aktivitäten einen Verlust von 4,6 Millionen Franken. Im vergangenen Jahr hatte das Minus noch 1,7 Millionen Franken betragen. Edipresse hält inzwischen noch 49,9 Prozent an seinem Schweizer Geschäft. Dieser Anteil soll bis 2013 in zwei Tranchen an Tamedia übertragen werden. Weil wegen der veränderten Eigentumsverhältnisse nur noch die Dividendeneinnahmen der Schweizer Tochterfirma ins Ergebnis einbezogen worden sei, sei dieses nicht mit dem Vorjahr vergleichbar, erklärte Edipresse.
Tamedia hatte Ende August seine Halbjahreszahlen präsentiert. Dank der erstmaligen Einbezug des von Edipresse übernommenen Geschäfts stieg der Umsatz sprunghaft um 55,1 Prozent auf 558,9 Millionen Franken an. Edipresse teilte weiter mit, dass die Dekotierung des Unternehmens von der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange am 20. Oktober erfolgen wird. Die Inhaberfamilie Lamunière, die gemäss neusten Angaben 91,9 Prozent des Aktienkapitals und 95,9 Prozent der Stimmrechte am gesamten Medienkonzern kontrolliert, hat ein öffentliches Kaufangebot lanciert, um die restlichen Aktien zurückzukaufen.(sda)

