11.07.2011

Werner De Schepper wird Newsroom-Projektleiter

Die AZ Medien machen in Sachen Newsroom vorwärts. Werner De Schepper, bisher stellvertretender Chefredaktor und Blattmacher für den Aargau-Bund und die Regionalbunde, wird die Leitung des Projekts "Spider", wie es intern genannt wird, übernehmen und die sogenannte "Future-Gruppe" in ihrer Ausbildung zu Multimedia-Experten begleiten. 13 Journalisten lassen sich ab August für sechs Monate speziell schulen. Dabei profitieren die Teilnehmer praktisch von den gleichen Privilegien wie Google-Entwickler: 20 Prozent ihrer Arbeitszeit dürfen sie für Experimente nutzen. Die Einzelheiten:
Werner De Schepper wird Newsroom-Projektleiter

"Werner De Schepper ist nicht mehr für den Aargau zuständig", konnte man kürzlich in einem Redaktionsmail der AZ Medien lesen. Was konkret heisst: De Schepper verlässt das Unternehmen nicht, sondern wird sich künftig dem Projekt "Spider" widmen und innerhalb der Chefredaktion für Spezialprojekte zuständig sein. Personell heisst das: Sein Amt als Leiter Aargau/Regionen übergibt er Philipp Mäder, dessen Stellvertretender Thomas Röthlin wird. Die Rochade gilt ab 1. November.

Durch Mäders Wechsel sucht die Chefredaktion nun einen neuen Blattmacher Mantel, der jedoch nicht Mitglied der Chefredaktion Medienverbund AZ, sondern Mitglied der erweiterten Chefredaktion mit Theodor Eckert (Chefredaktor az Solothurner Zeitung), Thomas Dähler (Chefredaktor Basellandschaftliche Zeitung), Jürg Krebs (Chefredaktor az Limmattaler Zeitung) und Martin Moser (az-Produktionschef) wird.

Das Projekt "Spider" geniesst bei den AZ Medien oberste Priorität, wie Chefredaktor Christian Dorer "persoenlich.com" erklärt. Ins Leben gerufen hat das Projekt CEO Christoph Bauer. "Spider" symbolisiert die Spinne im Netz: Es geht um medienübergreifendes Arbeiten, um Ausbildung, um Organisation, um Technik. In die multimediale Weiterentwicklung des Newsrooms und in die multimediale Ausbildung der Redaktion investieren die AZ Medien in den nächsten zwei Jahren viel, denn Ziel ist es letztlich, auf allen Kanälen möglichst viele Menschen in den Gebiet Aargau, Solothurn, Baselland, Oberaargau und Limmattal zu erreichen.

Die Berufung De Scheppers zum Projekt "Spider" erklärt Chefredaktor Christian Dorer so: "Wir haben festgestellt, dass wir mit unserem Projekt nicht in dem Mass vorankommen, wie wir wollen, wenn sich nicht jemand vollzeit darum kümmern kann – deshalb die Rochade. Das Projekt erhält zudem nur dann Kraft, wenn die Leitung hierarchisch ganz oben angesiedelt ist."

Obwohl das Projekt bisher nur schleppend vorankam, kann Dorer erste Erfolge vorweisen. So würden die Journalisten in den Regionen sofort nach einer Pressekonferenz Kurzberichte für Online verfassen, Videos produzieren oder Bildergalerien von Anlässen mitbringen. De Scheppers Job als Projektleiter wird es sein, das crossmediale Verständnis der Journalisten noch weiter zu schärfen, damit jeder Journalist letztlich automatisch für alle AZ-Kanäle denkt: Print, Social Media, Online, TV, Mobile.

Als Vorbild eines funktionierenden Newsrooms dienen der AZ-Chefredaktion Beispiele aus Belgien, Dänemark und Deutschland. "Das Faszinierende daran: Alle machen es anders, alle haben ihre Vor- und Nachteile. Wir haben kein Modell gesehen, dass wir eins zu eins auf uns übertragen können, da wir wohl einzigartige Bedingungen haben: Die AZ ist ein grosser Titel mit neun verschiedenen Ausgaben, einer Hauptredaktion und 15 Aussenstationen. Wir haben uns aber überall inspirieren lassen und picken diejenigen Elemente heraus, die für uns stimmen", sagt Dorer gegenüber "persoenlich.com". Er unterstreicht zudem: "Wir planen nicht, die Redaktionen zusammenzulegen oder Stellen einzusparen. Den Newsroom verstehen wir als Netzwerk diverser Haupt- und Nebenknotenpunkte und nicht als ein Raum, in den zentral diverse Kanäle bespielt werden."

Multimedialer soll alles bei den AZ Medien werden. Um diese Ziel zu erreichen, hat sich die Chefredaktion von Google inspirieren lassen. Eine goldene Regel bei Google ist, dass jeder Entwickler 20 Prozent der Arbeitszeit für eigene Ideen und seine eigene Kreativität reservieren kann. Ähnlich wollen es die AZ Medien praktizieren: Die sogenannte "Future-Gruppe", 13 ausgewählte Journalisten, dürfen 20 Prozent ihrer Zeit für Experimente nutzen. Alle bekommen einen so genanneten Reporter-Kit. Dorer: "Wir wollen verschiedenste Geräte wie iPad, iPhone, Android und Videocams testen, um Erfahrungen zu sammeln." Die Ausbildung der ersten "Future-Gruppe" dauert sechs Monate. Darin enthalten sind sechs Ausbildungstage. Zwei extern in Luzern am MAZ und vier mit "Flying Coaches" des MAZ direkt an AZ-Standorten sowie vier Abende zum Erfahrungsaustausch. Dorer: "Das Ziel ist es, danach weitere Journalistinnen und Journalisten zu schulen."

Und das sind die Namen der 13 "Future"-Teilnehmer: Simon Tschopp "basellandschaftliche Zeitung", Andreas Toggweiler "az Solothurner Zeitung", Andrea Marthaler (az Langenthaler Tagblatt), Katja Landolt (az Limmattaler Zeitung), Toni Widmer und Sabine Kuster (az Aargauer Zeitung), Martin Rupf und Elisabeth Feller (az Aargauer Zeitung), Patrick Pensa (az Aargauer Zeitung), Lea Durrer (az Aargauer Zeitung), Sabine Altorfer (az Aargauer Zeitung), Karin Flückiger (Radio 32), Matthias Achermann (Tele M1).


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