12.10.2021

SRG Deutschschweiz

Wie die Trägerschaft vielfältiger werden will

Das Diversitätsprojekt wird von Niggi Ullrich, dem Vizepräsidenten der SRG Deutschschweiz, koordiniert.
SRG Deutschschweiz: Wie die Trägerschaft vielfältiger werden will
Geben einen Einblick ins Diversitätsprojekt der SRG Deutschschweiz (v.l.): Joana Büchler, Vertreterin der SRG Zentralschweiz, und Niggi Ullrich, Leiter der Arbeitsgruppe Zivilgesellschaftliche Rolle. (Bild: zVg)

Eine Studie der EBU (European Broadcasting Union) über die öffentlichen Sender im europäischen Raum zeigte klar auf, dass bei SRF in Bezug auf Diversität und Migration ein Defizit herrscht. Dies schreibt die SRG Deutschschweiz in ihrem Newsletter. SRF arbeite nun daran, diese Einbusse auszugleichen und aufzuarbeiten. Parallel dazu startete die SRG Deutschschweiz im April ein umfangreiches Projekt mit verschiedenen Pfeilern – einer davon sind drei Webinare unter der Leitung von Inés Mateos. Die SRG und mit ihr auch SRF sollen also diverser werden. 

Wo SRF – unter anderem mit dem neugegründeten Soundingboard Rassismus & Migration – vor allem das Themenfeld Migration anpeilt, gehe der Verein «gesamtheitlicher» vor und beziehe sich auf eine «vielschichtige Interpretation» der Diversität. Hier spielten auch Herkunft, Gender, Alter und Beeinträchtigungen eine Rolle. Die Projektkoordination liegt bei Niggi Ullrich. Er ist Präsident der SRG Region Basel, Vizepräsident der SRG Deutschschweiz und Leiter der Arbeitsgruppe Zivilgesellschaftliche Rolle, welche medien- und gesellschaftspolitische Themen für die Trägerschaft bearbeitet. 

Für ihn hat der Auftrag, mehr Diversität in die SRG zu bringen, gemäss Mitteilung noch eine andere Dimension: «Der Auftrag der SRG liegt darin, die Realität und die Gesellschaft in Bild, Ton und auf allen verfügbaren Kanälen und so gesamthaft wie möglich abzubilden.» Das führe zu einer der ersten Fragen, die sich die SRG-Mitglieder stellen müssten: «Welchen Auftrag haben wir? Wie sind wir zusammengesetzt? Und wen sprechen wir an?»

Inés Mateos thematisierte dies in den vergangenen Monaten in ihren Webinaren und zeigte zudem «blinde Flecken in der SRF-Berichterstattung» auf, wie es weiter heisst. In verschiedenen Übungen liess sie die Teilnehmenden einzelne Beispiele von Beiträgen über Menschen ohne Schweizer Wurzeln beurteilen. Dabei wurde etwa besprochen, ob es eine Rolle spielt, dass in einem Fall Bankräuber ursprünglich aus dem Kosovo stammten – und warum man bei einem Bericht über Sepp Blatter zum Beispiel nie seine Schweizer Wurzeln erwähnen würde.

Joana Büchler ist Vertreterin der SRG Zentralschweiz, wo sie zum leitenden Ausschuss gehört und das Ressort Entwicklung leitet. Mit dem Thema Diversität setzt sie sich gemäss Mitteilung schon länger auseinander. Dass man im ganz eigenen, privaten Rahmen aber diesbezüglich dennoch Defizite haben kann, habe sie in den Webinaren von Inés Mateos gelernt. (pd/tim)



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