12.04.2011

SR

Will DRS-3-Hitparade weiterhin senden

Kein Abbruch trotz Manipulationsvorwürfen.

Nachdem die "NZZ am Sonntag" in ihrer letzten Ausgabe über Manipulationen an der Hitparade und einen mutmasslichen Kartellgesetzverstoss berichtet hatte, fordert nun der Musikblog 78s.ch, dass DRS 3 auf die Ausstrahlung der Hitparade verzichtet. "Zumindest bis der Sender sicherstellen kann, dass man der Öffentlichkeit eine neutrale, den Markt tatsächlich widerspiegelnde Rangliste als 'offizielle Schweizer Hitparade' verkauft." Dafür wurde eine Unterschriftensammlung lanciert.

Auf Anfrage von "persoenlich.com" sagt SRF-Mediensprecher Marco Meroni: "Die Hitparade ist eine der beliebtesten Sendungen auf DRS 3 und wird weiterhin gesendet. Würden wir dies nicht tun, käme das einer Vorverurteilung gleich". SRF will, dass die Musik-Charts sauber erhoben werden und wartet nun die Ergebnisse der Voruntersuchung der Weko ab.

Auf die Fragen, wie überraschend die Vorwürfe sind, und ob man bei SRF schon länger die Verlässlichkeit der von Media Control erstellten Hitliste hinterfragt habe, sagt Meroni: "Wir führen laufend Gespräche, bei denen wir seit je den Wunsch nach Transparenz äussern. Dass Songs, die häufiger am Radio gespielt werden, dadurch populärer werden und sich dies auf die Verkaufszahlen auswirken kann, ist hinlänglich bekannt. Und nicht ein Phänomen, das ausschliesslich auf die Hitparade bei DRS 3 bezogen werden kann."

Bis am Dienstagabend wurde die Petition "Schaltet die Hitparade ab!" von rund 600 Leuten unterzeichnet und in Facebook und Twitter zieht sie weitere Kreise. Laut den Initianten werden noch bis am Sonntag weiter Unterschriften gesammelt. Dann wollen sie SRF, respektive DRS 3, kontaktieren. "Dies soll zum Sendestart der Hitparade um 13.00 Uhr im Namen der Unterzeichnenden geschehen", sagt David Bauer von 78s.ch.

Zur Vorgeschichte: Die "NZZ am Sonntag" berichtete wie iMusician-Geschäftsführer Shigs Amemiya erreicht hatte, dass die Wettbewerbskommission eine Voruntersuchung gegen Exponenten der Schweizer Musikindustrie eingeleitete. Ihnen und dem Branchenverband Ifpi wird vorgeworfen, die Hitparade manipuliert und somit gegen das Kartellgesetz verstossen zu haben. (eh)


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