22.08.2013

Guardian

Will sich von London nicht einschüchtern lassen

Weitere Dokumente von Snowden werden veröffentlicht.

Die britische Tageszeitung "The Guardian" will sich vom Vorgehen der britischen Behörden wegen der Geheimdienstenthüllungen nicht einschüchtern lassen. "Wir berichten einfach weiter", sagte Chefredakteur Alan Rusbridger der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Donnerstag. Er plane, weitere Teile der Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden über die USA zu veröffentlichen.

Anders als in London erwarte er in den USA keine Gängelungen, sagte Rusbridger. US-Justizminister Eric Holder habe gesagt, er werde nicht gegen Journalisten vorgehen, die Journalismus betrieben. "Es beruhigt mich mehr, aus Amerika zu berichten, als aus dem Vereinigten Königreich", sagte Rusbridger.

Der Chefredakteur war in London gezwungen worden, von Snowden erhaltene Dokumente zu zerstören. Die britische Regierung habe "ausdrücklich mit gerichtlichen Schritten gedroht", sagte er nun der Zeitung. Nach Informationen des Senders BBC und zweier weiterer Tageszeitungen soll ein Spitzenbeamter und enger Vertrauter von Premierminister David Cameron persönlich Rusbridger zur Zerstörung tausender Dokumente aufgefordert haben.

In Berlin sorgte das Vorgehen für scharfe Kritik. Ein solches Szenario sei in Deutschland "kaum vorstellbar", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. (sda)


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