Xenia Tchoumitcheva, bereits einige bisherige Missen, unter anderem Christa Rigozzi, arbeiten oder arbeiteten als Moderatorinnen. Weshalb reizt Sie das Fernseh-Geschäft?
Ich habe auch schon Fashion TV und die Miss Schweiz Wahl moderiert und jetzt starte ich mit einer Sendung, die für mich sehr interessant ist. Rete 4 ist einer der grössten Kanäle von Italien und ich bin mit diesem Sender aufgewachsen. Ausserdem ist Italienisch meine Muttersprache und es geht um Themen, die ich liebe - Wirtschaft, Business und Unternehmertum. Ich habe Ökonomie studiert und immer davon geträumt eine Sendung zu haben, die mit diesem Thema zu tun hat.
Ist das also ihr Traumjob?
Mein Traum ist es auch, eines Tages eine eigene Talkshow zu haben, in der ich Persönlichkeiten aus der Wirtschaft einladen und interviewen kann.
Was wollen Sie mit "L'Italia che funziona"erreichen?
Der Job erlaubt mir, ein neues Image von Italien aufzubauen. Klar hat Italien eine Krise und es gab viele negative Schlagzeilen. Eigentlich gibt es aber nicht nur verschuldete Banken, sondern auch eine reale Ökonomie, die funktioniert. Es gibt erfolgreiche Unternehmen, die unter dem Imageschaden von Italien leiden, obwohl sie selber keine wirkliche Verbindung zu diesen finanziellen Problemen haben. Wir möchten in der Sendung zeigen, wie sie erfolgreich wurden und was sie jetzt machen und geben so den Erfolgsgeschichten Raum und Publizität.
Sie leben noch immer in London. Werden Sie für die Sendung nach Italien ziehen?
Das Reisen gehört zu meinem Job. Ich bin auch oft in New York, dann wieder in der Schweiz und in Italien. Wir zeichnen an einem Tag mehrere Sendungen auf und ich muss alle Texte auswendig wissen. Das ist eine ziemliche Herausforderung, weil die Texte sehr lang sind. Aber auch im Hintergrund beteilige ich mich aktiv an der Gestaltung der Sendung, indem ich beispielsweise Brands an Bord hole und Themen mitbestimme.
Welche Schweizer Sendung würden Sie gern einmal moderieren?
Etwas Neues. Es müsste etwas sein, das einen Inhalt hat. Vielleicht etwas mit Charity-Charakter oder natürlich Wirtschaft. Das sind Themen, die mich faszinieren.
Lange Zeit wurde Christa Rigozzi quasi als Nachfolgerin von Michelle Hunziker angesehen. Nun aber sind Sie in Italien und werden mit Hunziker verglichen. Was unterscheidet Sie von Hunziker?
Ich habe gelesen, dass die Leute denken, die Hunziker bringt die Leute zum Lachen und ich motiviere die Leute, ihre Träume zu verwirklichen.
Wie ist Ihre Beziehung zu Christa Rigozzi?
Wir haben eine tolle Arbeitsbeziehung. Ich freue mich immer, wenn ich sie treffe: Wir kommen beide aus dem Tessin, können uns auf Italienisch unterhalten und das gibt eine gewisse Familiarität. Unterstützung aus der "gleichen Zone" ist immer gut. Eine Konkurrenz zwischen uns gibt es gar nicht und gab es auch nie. Eine solche wurde durch die Medien kreiert. Ich finde, sie hat eine tolle Karriere gemacht.
Welches Land wollen Sie nach der Bankenwelt in England und der TV-Welt in Italien noch erobern? Und womit?
Bald gibt es eine Überraschung, aber dazu darf ich noch nichts sagen.
Wirklich gar nichts?
Nein, es ist eine Surprise. Sie wird aber in den nächsten drei Wochen bekannt werden, also ziemlich bald.
Eine grosse Überraschung?
Oh, ich weiss nicht, ob sie gross ist, aber auf jeden Fall etwas anderes. Aber eben, das ist noch top secret. Ich freue mich darauf.
Sie sind erfolgreicher als manche Miss Schweiz es je war. Sind Sie im Nachhinein froh, dass das Krönchen 2006 nicht an Sie ging?
Ich habe eigentlich nie gedacht "Schade, dass ich nicht gewonnen habe." Denn bereits am Tag nach der Wahl hatte ich so viel zu tun. Ich habe gar nicht richtig verstanden, was mit mir passierte. Ich glaube aber, wir können diese Sache jetzt vergessen, uns bedanken und weiter gehen.
Würden Sie wieder teilnehmen?
Ja, es war eine gute Erfahrung. Ich kann mich nicht beklagen. Es war eine Erfahrung, die mich in eine erwachsene Welt bugsierte, wo ich selber entscheiden musste, viel reiste, viele Sprachen sprechen musste und lernte professionell und seriös zu arbeiten.
Interview: Sibylle Lagler
Bild und mehr zu Xenia Tchoumitcheva: Webseite Facebook

