Am Montag ist die MACH Basic 2014-1 Studie der WEMF erschienen. Die meisten Tageszeitungen haben an Reichweite verloren (persoenlich.com berichtete) – nicht aber das Magazin "LandLiebe". Der Special-Interest-Titel setzt voll und ganz auf die Naturverbundenheit der Menschen und Geschichten, die in ihrem Lebensraum verwurzelt sind. Um 20 Prozent konnte man die Leserschaft steigern, ein beachtlicher Wert. Persoenlich.com hat sich mit Co-Redaktionsleiter und Art Director André Frensch unterhalten.
Herr Frensch, wie erklären Sie sich den Anstieg Ihrer Leserschaft um 20 Prozent?
"LandLiebe" setzt einen Gegentrend im immer hektischer werdenden Alltag. Wir stillen die latente Sehnsucht nach Entschleunigung, zeigen, wie schön die Schweiz ist.
Haben Sie mit solch einem starken Anstieg gerechnet?
Wir waren selber überrascht, wie unser Magazin beim Publikum den Nerv der Zeit getroffen hat. In nur drei Jahren erreichten wir eine verkaufte Auflage von über 150'000 Exemplaren.
Was ist das Erfolgsrezept von "LandLiebe"?
Journalistische Qualität! Wir setzen auf aufwendig rechechierte Geschichten und brillante Bildstrecken, in denen man sich verlieren kann. "LandLiebe" ist grosszügig gestaltet und mit viel Herzblut geschrieben. Die Abverkäufe und die sehr vielen Leserbriefe zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Konnte die Lancierung von "LandLiebe Radio" und "LandLiebe TV" dazu beitragen? Oder erhoffen Sie sich durch die beiden Neulancierungen eine weitere Steigerung in der nächsten Periode?
Wir sind damit auf allen Kanälen präsent und hoffen, dass auch die zahlreichen Radiohörer und TV-Zuschauer, die unser Magazin noch nicht kennen, zur gedruckten "LandLiebe" greifen werden.

Die Schweizer scheinen sich wieder vermehrt für "naturverbundene" Geschichten zu interessieren. Wie erklären Sie sich diesen Trend?
In unserer globalisierten Welt sind plötzlich wieder die leisen Töne gefragt. Wir sorgen für Poesie im Alltag und zeigen, was sich vor der Haustüre tut.
Welche Storys kommen bei Ihren Lesern besonders an?
Die Mischung bringt’s! Einerseits brillant erzählte Geschichten und eindrückliche Bilder, andererseits starke Kolumnisten und viel Service.
Auf welche Themen setzten Sie Ihr Hauptaugenmerk?
Themen wie Garten, Wandern, Stricken und rustikale Gastronomie sind fix. Ebenso die grossen Magazingeschichten aus der Schweiz.
Ist der Erfolg Ihres Magazins auch auf die starke Bebilderung zurückzuführen?
Für "LandLiebe" gilt, was für alle Magazine gilt: picture first! Wir investieren viel Zeit und Geld in eine aussergewöhnliche Fotografie und forschen nach Fotografen, die das ganz spezielle "LandLiebe"-Feeling transportieren können.
Wieviele redaktionelle Mitarbeiter hat "LandLiebe"?
Auf der Redaktion sind wir zu sechst. Aber wir haben sehr viele freie Journalisten und Experten engagiert, die praktisch an jeder Nummer mitarbeiten und eigentlich auch zur "LandLiebe"-Familie gehören. Stolz sind wir auch auf unsere Kolumnisten.
Haben Sie bereits neue Produkte geplant, um die guten Zahlen auch aufrecht zu erhalten?
Das "LandLiebe"-Magazin ist und bleibt im Zentrum. Wir wollen weiter wachsen, mit jeder Ausgabe besser werden. Weitere Projekte liegen selbstverständlich griffbereit in der Schublade, sind aber noch nicht spruchreif.
Interview: Marco Lüthi; Bilder: zVg.

