Nachdem "Der Sonntag" in seiner Ausgabe vom 25. September vom Verdacht auf Lohndumping bei Swiss Indoors in Basel schrieb, sind die Verantwortlichen des drittgrössten Tennisturniers der Welt nicht mehr gut auf die Zeitung zu sprechen.
Der kritische Artikel hat nun zur Folge, dass gegenüber dem Sonntag keine Stellungnahmen mehr abgegeben werden. Die Sonntagszeitung aus dem Hause der AZ Medien erhielt inzwischen Post von der Zürcher Anwaltskanzlei Walder Wyss AG. Diese sei von Swiss Indoors mit "der Wahrung ihrer Interessen" betraut worden. "Solange die Angelegenheit nicht zur Zufriedenheit unserer Mandantin bereinigt ist", werde Swiss Indoors "Medienanfragen aus dem Umfeld der AZ Medien nicht beantworten", so der Text im Brief.
Jürg Vogel, Swiss-Indoors-Kommunikationschef, erklärt die Boykott-Massnahme damit, dass man sich nicht mehr alles gefallen lassen wolle. Vogel betont jedoch, dass man mit dem Stammhaus des Sonntag keine Probleme habe. "Die Journalisten der übrigen AZ-Medien sind für das Turnier akkreditiert", sagt Vogel gegenüber persoenlich.com. "Wir haben drei Wochen vor dem Start aber auch andere Probleme. Diese Sache steht bei uns nicht sonderlich im Fokus", so der Mediensprecher weiter.
"Sonntag"-Chefredaktor Patrik Müller nimmt die Informationsverweigerung gegenüber seiner Zeitung gelassen und spricht von einem "leicht veralteten Kommunikationsverständnis" der Swiss-Indoors-Verantwortlichen. Weiter betont er gegenüber persoenlich.com, dass seine Zeitung über die Sport-Veranstaltung ganz normal schreiben wird: "Wir werden selbstverständlich vor Ort über das Tennisturnier berichten, unsere Sportredaktion dieselbe wie die Aargauer Zeitung ist wie immer in Basel dabei." Den Artikel vom 25. September in seinem Blatt bezeichnet Müller als "sehr gute Recherchegeschichte, die bei Swiss Indoors offenbar für anhaltende Nervosität sorgt." (Text: Mark Baer)

