FC-Basel-Trams mitten im schönen Bern, revolutionäre Neigetrams im Westside, Schneekanonen für den Weihnachtsmarkt in Langenthal: Mit listigen Geschichten haben die bernischen Medien am Freitag versucht, ihre Leserinnen und Leser in den April zu schicken. "Das tut den YB-Fans in den Augen weh", berichtete etwa die "Berner Zeitung": "Ein FCB-Logo auf den Berner Trams." Denn Basels Mäzenin Gigi Oeri habe sich entschlossen, dem Worb-Bähnli quietsch-freie Räder zu finanzieren. Als Gegenleistung prange nun das Vereinswappen auf den - tatsächlich rotblauen - Tramkompositionen.
Erboste YB-Fans wollten am Mittag auf dem Casinoplatz gegen diese Zumutung demonstrieren, schrieb die BZ. Ob sich tatsächlich jemand diesen Basler Bären aufbinden liess, ist nicht bekannt. In den einschlägigen YB-Fanforen wurde der Scherz jedenfalls schon frühmorgens enttarnt. Auch der "Bund" verbreitete Tram-News: Die städtischen Verkehrsbetriebe BERNMOBIL setzten künftig auf die Neigetechnik, um die zeitlichen Herausforderungen des neuen Taktfahrplans zu meistern. "Unter Bähnlern gilt dies als Sensation", wusste das Blatt.
Überraschend kam auch die Initiative der Stadtvereinigung Langenthal. Sie habe es satt, den Weihnachtsmarkt im Grünen durchzuführen, meldete das "Langenthaler Tagblatt" exklusiv. Deshalb sei sie eine strategische Partnerschaft mit den Jungfraubahnen eingegangen und setzt künftig Kunstschnee ein. Das "Bieler Tagblatt" gab sich derweil dem Fussball-Fieber hin. Vor dem Cup- Halbfinal in Sitten gebe es prominente Zuzüge beim Zweitligisten FC Biel: Gleich vier YB-Stammspieler würden für das wichtige Spiel vorübergehend ins Seeland transferiert. Auch das "Journal du jura" setzte auf einen sportlichen "poisson d' avril", wie der Aprilscherz in der Westschweiz heisst. Superstar Roger Federer werde am Nachmittag beim TC Biel Autogramme verteilen, kündigte das Blatt an - aber nur an jene Fans, die im kompletten Tennis-Dress vortrabten.
Gar keine Kleidung braucht es dagegen künftig im Thuner Flussbad Schwäbis, wenn man Radio BeO Glauben schenkte: Der Gemeinderat habe beschlossen, das Bad in eine FKK-Badi umzufunktionieren, berichtete der Lokalsender. Aufgrund der bereits vorhandenen Umzäunung sei das Schwäbis-Bad "optimal geeignet" für die Freikörperkultur. (sda)

