Die Zeitung La Région, die in Yverdon erscheint und den Waadtländer Norden abdeckt, gibt es vielleicht schon bald nicht mehr. Das Blatt hat seine Leser im Juni vor einer möglichen Einstellung noch vor dem kommenden Herbst gewarnt, wie Le Temps berichtet.
Auslöser für die bedrohliche Lage sei der Wegfall von 50'000 Franken aus der Presseförderung. Dieser Betrag entfällt, weil der Verlag seit März 2025 für die Ausgabe «Région Hebdo» auf den Gratiszeitungstarif der Post umgestellt hat, der nicht von der Presseförderung profitiert, wie die Post mitteilt. Die Zeitung mit rund 3500 Abonnenten hat daraufhin ihre Preise um 12,5 Prozent erhöht und den Seniorentarif gestrichen, in der Hoffnung, so über die Runden zu kommen.
Für die regulären Ausgaben an Abonnenten bezieht La Région weiterhin Presseförderung, so die Post.
Auch andere Medienhäuser in der Romandie stehen unter Druck. St-Paul Médias in Fribourg legt die Redaktionen von La Broye mit der Aussenstelle von La Liberté in Payerne zusammen. Dies führt zum Verlust einer Praktikantenstelle. Ende 2025 wird zudem die Wochenzeitung Le Messager in Vevey eingestellt, die ebenfalls zum Freiburger Verlag gehört.
Kein rentables Geschäftsmodell online
Serge Gumy, Direktor von St-Paul Médias, begründet die Massnahmen mit strukturell sinkenden Einnahmen. Trotz hoher Investitionen in die Digitalisierung sei noch kein rentables Geschäftsmodell für Onlinemedien gefunden worden. Der Verkauf der gedruckten Zeitungen bleibe die Haupteinnahmequelle.
Die Medien leiden zudem unter steigenden Kosten für Druck und Vertrieb. So erhöhte die Post ihre Tarife für den Zeitraum 2026 bis 2029 um 1,8 bis 2,1 Rappen pro Exemplar, um sinkende Versandvolumen zu kompensieren.
Hoffnung auf Presseförderung
Finanzielle Erleichterung könnte die vom Parlament beschlossene Erhöhung der indirekten Presseförderung von 35 auf 85 Millionen Franken jährlich sein. Dagegen werden jedoch noch Unterschriften gesammelt für ein Referendum. Die Sammelfrist läuft bis 10. Juli.
Die Krise betrifft nicht nur die Kleinen. Die Zürcher TX Group stellt die Papierausgabe von 20 Minutes bis Ende 2025 ein und streicht 37 Stellen. Das Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) streicht aufgrund sinkender Gebühreneinnahmen 70 Vollzeitstellen. (nil)
Korrektur vom 16. Juli 2025: Eine frühere Version dieses Artikels suggerierte, die Post habe ihr Vertriebsmodell geändert, was zur Streichung der Presseförderung für La Région geführt habe.


