03.11.2026

SRF

Gregor Sonderegger geht nach rund 25 Jahren

Der Stabschef und stellvertretende Nachrichtenchef der Chefredaktion Video ist von der Reorganisation betroffen. Er verlässt das Unternehmen Ende Jahr und will sich im Frühjahr selbstständig machen.
SRF: Gregor Sonderegger geht nach rund 25 Jahren
Prägte seine Zeit als Russland-Korrespondent: Gregor Sonderegger 2024 in einem SRF-Beitrag zum 20. Jahrestag des Geiseldramas von Beslan. (Bild: Screenshot SRF)

Seinen Abgang hat Gregor Sonderegger am Dienstag auf LinkedIn öffentlich gemacht. SRF bestätigt ihn auf Anfrage: «Im Zuge der Reorganisation wird Gregor Sonderegger SRF Ende Jahr verlassen. Für die Zeit danach plant er eine selbstständige Tätigkeit.» Zu weiteren Details äussere sich SRF aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.

Seit dem 1. Juli 2026 leiten Ursula Gabathuler und Beat Soltermann die neu geschaffene multimediale Angebotseinheit Information. Sie ersetzt die bisher getrennten Chefredaktionen Audio und Video (persoenlich.com berichtete). Im Zuge des Umbaus wurden sämtliche Kaderstellen bei SRF neu ausgeschrieben. Wer seine Position behalten wollte, musste sich bewerben. Auf den drei obersten Führungsebenen baut die SRG im Vergleich zu 2024 über 20 Prozent der Führungspositionen ab.

Laut Sonderegger kam der Entscheid diesen Sommer. «Es ist hart, wenn der Anruf kommt, und dann noch in den Ferien», schreibt er in seinem Beitrag. Danach habe es weitere Gespräche gegeben, auch über mögliche Optionen innerhalb von SRF. Dank «fairer Abgangsbedingungen» könne er sich nun Zeit lassen. Mit einer eigenen Firma will er Geschichten erzählen und Formate zu Themen wie Demokratie, Menschenrechte, Opfer- und Selbstschutz sowie Medien- und KI-Kompetenz begleiten oder entwickeln. Konkrete Angaben dazu macht er noch keine.

Sonderegger begann 2001 als Korrespondent für Russland und die ehemalige Sowjetunion. Danach arbeitete er für «10 vor 10» und als stellvertretender Redaktionsleiter bei «Quer». Bei «DOK» war er als Produzent und Videojournalist an der Entwicklung der ersten Staffel von «Auf und davon» beteiligt. 2009 wechselte er in die Chefredaktion, mitten in die Fusion von Radio und Fernsehen. Dort war er stellvertretender Nachrichtenchef und Stabschef. Später leitete er das TV-Auslandkorrespondentennetz und war Co-Leiter bei der Einführung der Newsautomation. Zudem arbeitete er im Kernteam und im Steuerungsausschuss für den heutigen Newsroom mit, in dem er auch als Chef vom Dienst tätig war. Zusammen mit Daniel Blickenstorfer und Florian Inhauser lancierte er das Auslandmagazin «SRF global». Nach eigenen Angaben leitete er die Sendung mit Unterbrüchen bis vor kurzem.

Er gehe «ohne Groll, nur mit etwas Wehmut», schreibt Sonderegger. Gerne hätte er aber «noch weiter mitgestaltet». (cbe)


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