European Newspaper Congress 2011: Am Montag traf sich die europäische Zeitungsmacher-Elite in Wien, um die besten Zeitungen Europas auszuzeichnen. Die kommen in diesem Jahr aus Portugal, Norwegen, Dänemark und Schottland. Die ausgezeichneten Zeitungen zeigen klare Entwicklungen in Design und Konzept auf.
Auffallend ist, dass der Trend zum Tabloid-Format ungebrochen ist. So haben im letzten Jahr Zeitungen in den Niederlanden, Belgien und Irland auf das Tabloid-Format umgestellt. Ein Trend, der bisher nicht beachtet wurde, ist die Verbreitung des Hybrid-Formates. "Politiken" als Zeitung im Vollformat hat täglich einige Beilagen im Tabloid-Format und der "Sunday Herald", der im Tabloid-Format erscheint, hat wiederum Beilagen im Vollformat.
Interessanter als die Wahl des Formates sind die Veränderungen im Layout. Die Zeitungen wurden visuell attraktiver. Grössere Bilder, mehr Infografiken und Illustration machen eine moderne Zeitung heute aus. Auch die Textlänge nimmt zu. Vor allem im deutschen Sprachraum werden die Texte eher länger. Es wird mehr Hintergrund angeboten und es sind weniger Kurzmeldungen zu sehen. Was die Titelseiten betrifft: Hier ist in vielen Ländern eine große Flexibilität eingetreten. Alles ist möglich. Das sieht man schon, wenn man die Titelseiten der diesjährigen Hauptpreiträger ansieht. Die Titelseite ist nicht mehr die erste Politik-Seite sondern sie zeigt das Thema des Tages, das in jedem Ressort stehen kann. Laut Experten sei dies eine neue Flexibilität, die man bisher nicht kannte.
Gesamt-Anmutung: Hier gibt es keinen einheitlichen Trend. In jedem Land bauen Neuerungen auf Traditionen auf. Skandinavische Zeitungen sind beispielsweise nach wie vor sehr bildbetont und haben phantastische Foto-Reportagen, wie man bei einem der Hauptpreistäger - Politiken aus Dänemark - sehen kann. Dieser Zeitung gelingt es auch, ein einheitliches Design im Print, Online und auf dem iPhone zu erzielen. In Deutschland ist eher Eleganz und Seriosität angesagt, in der Schweiz wird gute Typografie von jeher gepflegt. In Österreich arbeitet man gerne mit Elementen der Auflockerung, wie Zitaten, Ergänzungsboxen und hervorgehobenen Zahlen. (Quelle: newspaper-congress.eu)

