Die zeitverzögerte Nutzung von Fernsehsendungen spielt für das Schweizer Fernsehen (SRF) noch keine grosse Rolle. Dies zeigen die TV-Nutzungszahlen, die am Mittwoch publiziert wurden. Von der gesamten Nutzung der SRF-Fernsehsender wurden in den ersten fünf Monaten des Jahres 2013 erst 3 Prozent zeitverzögert konsumiert. Dieses Ergebnis entspreche aber den Erwartungen, hiess es auf Anfrage beim SRF.
Es zeige sich, dass sich das Publikum vor allem fiktionale Inhalte wie etwa "Der Bestatter" oder "Tatort" im Nachhinein ansehe. Den grösste Anteil der Wiedergaben registriert SRF noch am Ausstrahlungstag bis 2 Uhr nachts. Wenig genutzt wird die zeitverzögerte Nutzung hingegen erwartungsgemäss bei Informationssendungen oder Formaten mit Live-Charakter, also etwa beim Skirennen oder beim "SwissAward".
SRF mit 31,1 Prozent Marktanteil
Obwohl die verzögerte Nutzung sich bis jetzt noch in Grenzen hält, ist ihre Erfassung für das SRF wichtig: Sie trägt dazu bei, dass die absolute Zahl der Zuschauerinnen und Zuschauer ansteigt. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres
brachten es die SRF-Sender auf einen Tages-Marktanteil von 31,1 Prozent. In der Vorjahresperiode - noch mit dem alten Messsystem und damit eigentlich nicht vergleichbar - betrug dieser Wert noch 29,2 Prozent.
Langer Rechtsstreit und Kritik an der Methode
Seit dem 1. Januar 2013 misst die Mediapulse die TV-Nutzung mit einer neuen Methodik. Nach Kritik an der Messmethode und einem langen Rechtsstreit waren am Mittwoch erstmals die Zahlen aller Sender öffentlich zugänglich. Noch gleichentags wurde die Publikation vom Bundesverwaltungsgericht allerdings wieder verboten. Der Privatsender 3+ erwirkte eine Verfügung, welche die weitere Veröffentlichung per sofort untersagte. (sda)
19.06.2013
SRF
Zeitverzögerte Nutzung hält sich in Grenzen
Nur drei Prozent der Sendungen wird nach Fernsehausstrahlung im Internet konsumiert.
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