Für Freitag organisiert die entwicklungspolitische Organisation Erklärung von Bern (EvB) eine Protestaktion in Basel. Erst an der Schifflände und dann vor dem Sitz des Agrochemiekonzern Syngenta soll getrauert werden. Und zwar um die Tausenden von Opfern, die das von der Syngenta vertriebene Unkrautvernichtungsmittel Paraquat laut EvB vor allem in den Entwicklungsländern gefordert habe und weiter fordere. Auf die Gedenkveranstaltung zum Menschenrechtstag wollte die Organisation mit prominent platzierten Anzeigen in der "Basler Zeitung" und der "Tageswoche" aufmerksam machen. Die "Tageswoche" akzeptierte die Traueranzeigensujets kommentarlos. Doch die "Basler Zeitung" stellte sich quer.
Eigentlich habe man laut dem EvB-Sprecher Oliver Classen vorgehabt, das Inserat auf Seite 2 oder dem Wirtschaftsauftakt der Freitagsausgabe zu platzieren. Doch die "BaZ" habe bereits vor acht Tagen vermeldet, dass diese "leider schon vergeben" seien. Dann stiess man sich am Inhalt: "Am Ursprungstext wurde von der Unternehmensleitung ohne Angabe weiterer Gründe und mit dem Pauschalhinweis, jede Anzeige könne 'einfach so' abgelehnt werden, der Firmenname Syngenta moniert", erklärt Classen gegenüber persoenlich.com.
"Auch die Varianten 'das tödliche Pestizid eines Basler Agrochemiekonzerns' und auch der zarte Hinweis auf ein 'Schweizer Pestizid' wurden abgelehnt." Schliesslich einigte man sich auf den Abdruck einer stark abgeschwächten Version - "immerhin mit dem Verweis auf eine Website, wo das Rätsel um die verantwortliche Firma schliesslich doch noch gelüftet wird."
Classens Fazit: "In Basel getraut sich zumindest im kommerziellen Teil offenbar nur mehr die 'Tageswoche' die Dinge beim Namen zu nennen." (as)
Die ursprüngliche Version des "BaZ"-Inserats:

Die zensierte Version des "BaZ"-Inserats:

Das Inserat, das in der "Tageswoche" erscheint:

