Die ländlich-idyllische und alpine Schweiz werde im Programm des Schweizer Fernsehens (SF) überproportional thematisiert. Dies moniert der Vorstand Region Basel der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) in seinem Mitgliedermagazin Link. Alexandra Hänggi, Regionalrätin SRG Basel, sagt zur "SonntagsZeitung": "Im diesjährigen Sommerprogramm hatte es zu viele Kälber, Käse und Trachten." Im Gegensatz dazu komme die Lebensrealität der Städte und der Agglomeration zu kurz, sagt Hänggi und fragt: "Gehört es nicht zur Identifikation mit dem Fernsehen, dass ich meine eigene Lebenssituation wenigstens teilweise wiedererkenne?" Diese sei in aller Regel nicht, in der Tracht die eigenen Zwetschgen einzumachen, sondern den Spagat zwischen Teilzeitjob, Kids und Spaghetti kochen zu schaffen.
Beim SF nimmt man die Kritik zur Kenntnis und freut sich über die intensiven Gedanken zum Programm. Martin Reichlin, Mediensprecher Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) sagt: "Formate mit starker Swissness, wie die 'SF bi de Lüt'-Reihe oder 'Gipfelstürmer', sind beim Publikum sehr beliebt und haben in aller Regel hohe Marktanteile und gute Bewertungen." In puncto Ausgewogenheit kontert Reichlin: "Es ist falsch zu behaupten, das Unterhaltungsprogramm von SRF werde vom Bild der idyllischen, alpinen Schweiz dominiert." Denn das Portefeuille der SRF-Unterhaltung umfasse über 60 verschiedene Formate. (SonntagsZeitung)

