22.02.2026

Tamedia

Zwei neue Siege vor Gericht

Gleichzeitig prangert das Medienhaus die Berichterstattung von SRF über die dubiosen Geschäfte einer Pensionskasse an.
Tamedia: Zwei neue Siege vor Gericht
Keine Persönlichkeitsverletzung und keine Verleumdung: Die SonntagsZeitung gewinnt vor Gericht. Der Rechtsstreit geht aber weiter. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

In einem Artikel «in eigener Sache» kommt die SonntagsZeitung auf ihre Berichterstattung über die dubiosen Geschäfte einer Pensionskasse zurück. Im Jahr 2019 deckte die Redaktion Verstösse gegen Transparenzvorschriften und eine finanzielle Schieflage auf. Seitdem befindet sich das Medienhaus in einem Rechtsstreit mit dem Gründer der Pensionskasse. 

Nun vermeldet die SonntagsZeitung einen weiteren Sieg vor Gericht. In einem aktuellen Entscheid hat das Zürcher Obergericht die Berufung des Geschäftsmannes im Zivilverfahren vollumfänglich abgewiesen und die zentralen Aussagen des Artikels als wahr bestätigt. Auch eine Strafklage wegen Verleumdung gegen den Autor scheiterte: Das Bezirksgericht sprach den Journalisten am 10. Dezember 2025 zum zweiten Mal vollständig frei. Der Pensionskassengründer hat erneut Berufung eingelegt.

Parallel dazu versuchte der Geschäftsmann über einen Firmennamensstreit juristischen Druck aufzubauen: Er erwarb 2020 eine Solarfirma namens TX Group AG und klagte, um dem Medienkonzern die Nutzung des Namens zu untersagen. Das Bundesgericht entschied im Juni 2024 zugunsten des Medienunternehmens – beide Firmen dürfen den Namen weiterführen (persoenlich.com berichtete).

SRF distanziert sich

Im Artikel kritisiert die SonntagsZeitung auch die Berichterstattung von SRF scharf. In einem «Tagesschau»-Beitrag des Jahres 2021 wurde ein vermeintlich neutraler Rechtsexperte befragt, der tatsächlich Verwaltungsratspräsident eines Unternehmens des Pensionskassengründers war. Die SRF-Chefredaktion räumte nachträglich ein, dass dies «nicht den journalistischen Standards von SRF entspricht».

Ausserdem habe der für die Affäre zuständige SRF-Journalist – der inzwischen verstorben ist – im Frühling 2022 versucht, zwischen dem Geschäftsmann und der SonntagsZeitung ein Treffen zur Herbeiführung eines Schuldeingeständnisses zu arrangieren. TV-Nachrichtenchef Gregor Meier erklärt gegenüber der SonntagsZeitung: «Dieses Vorgehen geschah weder im Wissen noch im Auftrag von SRF und ist mit den publizistischen Leitlinien nicht vereinbar. SRF distanziert sich von einem solchen Vorgehen.»


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