Am 27. Oktober werden in Bern zum zwanzigsten Mal die Eugens, der Medienpreis von Bedag Informatik, für allgemeinverständliche journalistische Beiträge zu Informatik-Themen verliehen. Bereits zum zwölften Mal wird auch ein hervorragendes E-Government-Projekt mit einem Eugen ausgezeichnet.
Der diesjährige Preis in der Kategorie Presse geht an Patrick Vallélian. Er wird für zwei Artikel in der Westschweizer Zeitschrift "L'Hébdo" ausgezeichnet. Im ersten untersuchte er die Frage, wie sicher die offizielle Schweiz vor Angriffen aus dem Netz auf politisch oder wirtschaftlich sensible Daten ist. Der Artikel wurde ein paar Monate später ergänzt mit einem Interview mit dem Chef der Kudelski-Gruppe, die auf Informatiksicherheit spezialisiert ist. Die Artikel bestechen laut Jury durch die Originalität der Informationen, die vielen Zeugenaussagen und den hochstehenden Schreibstil.
Den Eugen in der Sparte Radio erhält Guido Berger für seinen Beitrag in der Sendung "Doppelpunkt" auf DRS 1. Er erzählte eindrücklich, wie zwei verlegte Glasfaser-Kabel 20 Millionen Inselbewohner auf Madagaskar den Zugang zum Internet ermöglichen. Die Jury würdigt mit diesem Preis eine Reportage über eine technische Errungenschaft und ihre gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen.

Guido Berger (l.) und Bruno Bonometti
Bruno Bonometti gewinnt in der Kategorie Fernsehen. Er inszenierte für "Eco", das Wirtschaftsmagazin des Schweizer Fernsehens, packend, informativ und unterhaltsam ein wenig bekanntes Thema: Computer, die selbständig und bis zu 15-mal schneller als Händler nach eigenen Regeln Wertpapiere handeln. Der Beitrag ist auch für Laien verständlich umgesetzt. Sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte dieser Entwicklung werden aufgezeigt. Und erstmals durfte ein Fernsehteam im geheimen Rechenzentrum des High frequenty trading der Schweizer Börse in Zürich West drehen.
Einen Spezial-Eugen verleiht die Jury ausserdem Mirjam Fonti. Auf exemplarische Art und Weise hat sie aufgezeigt, welche Folgen der allzu sorglose Umgang mit vermeintlich privaten Daten im Internet haben kann.
Der E-Government-Preis geht an den Kanton Schaffhausen für die elektronische Umsetzung des Betreibungsprozesses. Der Ablauf einer Betreibung wird schematisch dargestellt und mit Gesetzestexten verlinkt. Die Hilfe ist kontextbezogen. Damit wird eine für viele Bürger komplexe Materie greifbar, wovon Gläubiger, Schuldner und Amtsstellen profitieren. (pd)

