Was sagen Sie zu den Verdächtigungen von Frau Riklin, Sie oder Herr Keller hätten geheime Voten von ihr aus der Kommission getragen und diese der "Weltwoche" zugesteckt?
Frau Riklin muss die ungeheuerlichen Vorwürfe gegen mich und Herrn Keller beweisen. Ich werde noch heute das Büro des Nationalrats schriftlich ersuchen, von Frau Riklin die entsprechenden Beweise für ihre Vorwürfe zu verlangen. Kann sie diese nächste Woche nicht liefern, muss das Büro des Nationalrats rechtliche Konsequenzen ziehen oder ihr zumindest eine Rüge erteilen.
Was halten Sie davon, wenn Medien geheime Voten aus den Kommissionen veröffentlichen?
Zwar bin ich grundsätzlich für öffentliche Kommissionen, aber ich habe persönlich nie aus der Kommission geplaudert. Es ist nach heutigem Stand verboten, und ich halte mich an dieses Verbot.
Sie weisen jegliche Schuld von sich. Wie erklären Sie sich denn die Vorwürfe von Frau Riklin?
Hinter den jetzigen Anschuldigen vermute ich persönliche Motive, sie versuchte mich schon wiederholt zu diskreditieren, so etwa mit der Behauptung, ich sei kein richtiger Professor. Ironischerweise war es just Frau Riklin, die schon geheime Informationen aus der Kommission verbreitete. So war sie es, die den "Mengele – Mörgele"-Versprecher vom damaligen Bundesrat Couchepin an die Öffentlichkeit brachte.
Wie trennen Sie konsequent Ihre Rolle als Nationalrat von der des Kolumnisten bei der Weltwoche? Entstehen angesichts dieser Doppelrolle Interessenkonflikte?
Das ist überhaupt nicht der Fall. Ich habe in vielen hundert Kolumnen, Artikeln und Auftritten der letzten Jahre niemals ein Kommissionsgeheimnis verletzt.
Interview: Benedict Neff, Bild: Keystone

