Die NZZ-Mediengruppe habe sich nach detaillierter Prüfung entschieden, den heutigen Mehrheitseigentümern Ringier und Tamedia kein Kaufangebot für die Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» zu unterbreiten, dies schreibt die NZZ in einer Mitteilung vom Freitagabend.
Die heutigen Mehrheitseigentümer Ringier und Tamedia haben im Oktober 2013 angekündigt, einen Käufer für "Le Temps" zu suchen. Im Rahmen des derzeit laufenden Verkaufsprozesses wurde auch die NZZ-Mediengruppe mehrfach als potenzielle Käuferin genannt. Die NZZ-Mediengruppe hat laut Mitteilung "einen möglichen Erwerb sehr genau geprüft, ist aber nach eingehender Analyse zum Schluss gelangt, kein Angebot abzugeben".
Eine detaillierte Begründung dieses Entscheids könne aus Gründen der Vertraulichkeit nicht erfolgen. Angesichts der Debatte über eine mögliche Käuferschaft möchte die NZZ-Mediengruppe aber festhalten, dass "Le Temps" vor allem in der französischsprachigen Schweiz eine grosse Bedeutung zukomme, und sie in ihrem Markt sehr gut positioniert sei. "Es bestehen heute schon wichtige Kooperationen mit der NZZ etwa im Bereich des Anzeigenverkaufs", schreibt die NZZ. Die NZZ-Mediengruppe sei ein Unternehmen mit starken Wurzeln in der Deutschschweiz und insbesondere in Zürich. Ihre Strategie sei denn auch in erster Linie auf den deutschsprachigen Raum ausgerichtet. "Synergien über Sprachgrenzen hinweg sind damit erschwert, und die Ausdehnung in die französische Schweiz gehört nicht zur Strategie der NZZ. Diese Aspekte haben beim Entscheid eine wichtige Rolle gespielt".
Die NZZ-Mediengruppe hält aber fest, dass sie interessiert daran ist, bei einem allfälligen Eigentümerwechsel die bereits bestehende Zusammenarbeit weiterzuführen und eventuell auszubauen. (pd)

