16.04.2013

SRG

Politiker fordern Ende der "Luxusrenten"

Natalie Rickli will Antworten vom Bundesrat.
SRG: Politiker fordern Ende der "Luxusrenten"

In der Diskussion um das Defizit der SRG werden nun Stimmen laut, die das Sonderrecht zur Frühpensionierung für SRG-Kadermitarbeiter zu Fall bringen wollen. "Rente mit 62 für TV-Chefs muss weg!", titelte der "SonntagsBlick" in seiner aktuellen Ausgabe. Wie das Blatt schreibt, will eine Allianz aus CVP-, FDP- und SVP-Politikern, dass die SRG-Kader ihre Frühpensionierung entweder selber berappen oder sonst länger arbeiten.

"Die 475 Kaderleute der SRG erfreuen sich eines Privilegs, von dem normale Arbeitnehmer nur träumen können: Sie werden mit 62 Jahren pensioniert. Bei voller Rente. Trotz roter Zahlen in Rekordhöhe rüttelt der Staatssender nicht an diesem Sonderrecht für seine Medienmanager und Chefjournalisten", so der SoBli. Bürgerliche Politiker aus FDP, CVP und SVP forderten nun, dass die "Luxusrenten für SRG-Chefs weg müssen". "Die Pensionierung des Kaders mit 62 bei voller Pension ist unhaltbar und steht schief in der Landschaft“, sagt FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger gegenüber dem SoBli. Auch CVP-Chef Christophe Darbellay hält das Privileg der SRG-Chefetage "für nicht mehr zeitgemäss". Er sagt: "Ich erwarte, dass sie mit gutem Beispiel vorangeht." Die CVP sei zwar für die Flexibilisierung des Rentenalters. Aber wenn die Chefs von Radio und Fernsehen in Frühpension gingen, sollten sie dies aus der eigenen Tasche bezahlen. "Etwas anderes ist Gebührenklau!", so der Walliser Nationalrat im "SonntagsBlick".

Wie am Dienstag der "Blick" schreibt, gibt es jetzt auch Unterstützung von linken Politikern. "Kommt die Frühpensionierung nur den Oberen zu Gute, ist das problematisch", sagt SP-Politiker Hans-Jürg Fehr. Er wolle eine Verbesserung für jene erreichen, die heute nicht vom Chef-Privileg profitierten.  Zudem verlangt die Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli in einem Vorstoss Antworten vom Bundesrat. "Ist der Bundesrat bereit, bei der SRG darauf hinzuwirken, dass auch für das Kader Rentenalter 65 gilt?", will sie von der Landesregierung wissen.

Bei der SRG reagiert man mit Verständnis. Man wolle die Pensionierungspolitik überprüfen. SRG-Generaldirektor Roger de Weck gesteht gegenüber dem SoBli ein: "Da besteht ein krasser Zielkonflikt. Einerseits geht die allgemeine Tendenz richtigerweise auf ein höheres Pensionsalter zu. Andererseits braucht ein Medienunternehmen immer mehr Digital Natives in Führungspositionen." Die SRG will ihre Pensionierungspolitik überprüfen. "Zeitangaben" oder die Einführung "möglicher Änderungen" kann die SRG-Spitze allerdings nicht bekannt geben. (blick.ch/SoBli)

Bild: Keystone


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