14.10.2021

Perikom-Faktencheck

Intranet und Gespräche mit Chefs sind zentral

Wenn es um die Relevanz der Information geht, ist das Gespräch mit den Vorgesetzten ungeschlagen. Überraschenderweise sind ältere Mitarbeitende der Untersuchung zufolge mehr den digitalen Kanälen zugewandt als jüngere.
Perikom-Faktencheck: Intranet und Gespräche mit Chefs sind zentral
Ein zentraler Befund der Befragung: Gespräche mit den Vorgesetzten werden als äusserst glaubwürdig und relevant erlebt, wenn es um die Veränderung einer Meinung oder des Verhaltens geht. (Bild: zVg/Shutterstock)

Im diesjährigen Perikom-Faktencheck, der gemeinsam mit Accelerom AG und der HWZ, Hochschule für Wirtschaft, durchgeführt wurde, ging es in einer im März 2021 durchgeführten Online-Befragung darum, welche Kommunikations-Touchpoints Mitarbeitende am meisten nutzen sowie darum, welche sie am relevantesten ansehen. An der Befragung nahmen laut einer Mitteilung 900 Mitarbeitende grosser Schweizer Firmen (SBB, Lindt & Sprüngli und Clariant) teil.

Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung und der zunehmenden Komplexität der Kommunikationskanäle würden die Erkenntnisse aus der Studie helfen, den richtigen Schwerpunkt in der internen Kommunikation zu setzen.

Intranet zentral für die Informationsbeschaffung

Auf die Frage, welche Touchpoints die Mitarbeitenden benutzen, um sich zu informieren, liegt das Intranet vorne. Gleich dahinter fungiert das Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten und den Kollegen. Ebenfalls als sehr wichtig werden Videobotschaften des CEOs angesehen – was vermutlich gerade in Zeiten von Corona einen bedeutenden Aufschwung erlebt habe. Fragt man jedoch, wo die Mitarbeitenden das erste Mal mit einem neuen Thema in Berührung kommen, liegt das Gespräch mit den Vorgesetzten an erster Stelle.

Schlüssel-Touchpoints VLinkedIn

Auffallend sei die zentrale Rolle des Gesprächs mit den Vorgesetzten, wie es weiter heisst. Dieser Touchpoint erziele in allen Phasen des Informationsprozess Spitzenwerte. So werden Gespräche mit den Vorgesetzten – sei es in einer Teamsitzung oder in einem Einzelgespräch – als äusserst glaubwürdig und relevant erlebt, wenn es um die Veränderung einer Meinung oder des Verhaltens geht.

Ältere nutzen generell mehr Touchpoints als Junge

Der Faktencheck hat auch erhoben, welchem Mitarbeitertyp die Befragten (Motivierte, Angepasste, Minimalisten und Desillusionierte) angehören und ob sich hier grössere Unterschiede festmachen lassen. Eine zentrale Erkenntnis war: Je extrovertierter eine Person ist, desto mehr Touchpoints benutzt sie.

Matrix VLinkedIn

Eine grosse Überraschung der Untersuchung besteht gemäss Mitteilung darin, dass ältere Mitarbeitende mehr den digitalen Kanälen zugewandt seien. Damit werde das Vorurteil widerlegt, dass jung gleich digital bedeute. Diese Erkenntnis könne auch dahingehend interpretiert werden, dass jüngere Mitarbeitende sich generell weniger stark informieren, während die älteren aufmerksamer betreffend neue Informationen seien.

Relevanz für die Praxis im Unternehmensalltag

Was bedeuten nun die Ergebnisse der Studie für die Praxis? Die Resultate wurden einer Gruppe von zehn Kommunikationsverantwortlichen zur Diskussion vorgelegt. Diese waren sich gemäss Mitteilung einig, dass die von den Kommunikationsverantwortlichen bewirtschafteten Touchpoints der Mitarbeitendenkommunikation (Intranet, Infoveranstaltung etc.) zwar Aufmerksamkeit für ein Thema erzeugen würden. Für eine Verhaltensänderung der Mitarbeitenden reiche dies jedoch nicht aus. Es brauche die Kommunikation von Vorgesetzten und Kolleginnen und Kollegen. Hier werde das grösste Potenzial der internen Kommunikation erkannt.

Doch der Weg dahin scheint laut Mitteilung weit und schwierig, Konzepte dafür seien in der Praxis selten und wie so oft würden die Ressourcen fehlen. Doch ohne den Einbezug der Führungskräftekommunikation und der Kommunikation in internen Netzwerken unter den Mitarbeitenden selbst, würden es die Kommunikationsverantwortlichen nicht schaffen, eine wirklich wertschöpfende interne Kommunikation zu etablieren. (pd/tim)



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