07.11.2018

Quint

Per Scrollytelling durch den Klinikalltag

Die Agentur hat für die psychiatrische Klinik Schützen Rheinfelden ein Onlinemagazin der anderen Art erstellt. Die Nutzerzahlen überraschen.
Quint: Per Scrollytelling durch den Klinikalltag
Neun Drehtage wurden für die vier Onlinemagazine aufgewendet. (Bilder: zVg.)

Die Klinik Schützen Rheinfelden, eine private Klinike für Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie, geht mit ihrem Klinik-im-Hotel-Konzept schon seit Jahren eigene Wege. Auch in der Kommunikation und Information zeige die Klinik Pioniergeist, wie es in einer Mitteilung der Chamer Agentur Quint heisst. So waren die Verantwortlichen offen für die Idee ihrer Kommunikationsagentur, anstatt des klassischen Porträt- und Imagefilms neue Wege zu gehen: Es entstand ein Format, das in der Unternehmenskommunikation im deutschsprachigen Raum bis anhin wenig genutzt wird: Scrollytelling. So ist heute das Herzstück der Onlinepräsenz das multimediale «Klinik Schützen Online-Magazin» – eine Kombination von informativen Filmsequenzen, Fotos, Tondokumenten und Texten.

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Das Aussergewöhnliche an diesem Format und der Technik dahinter ist, dass die Betrachter selbst und im eigenen Tempo durch die Vollbild-Internetproduktion navigieren können. Sie entscheiden, ob sie dieses oder jenes Interview sehen wollen, ob ihnen eine Übersicht über die Therapieangebote reicht oder ob sie vertiefte Informationen wünschen.

Man scrollt durch die Produktion, liest Informationen, klickt auf einen Startbutton für «Film oder Ton ab» oder navigiert direkt über die Navigationsleiste von Sequenz zu Sequenz. «Im Gegensatz zu einem klassischen Porträtfilm, der eine Geschichte von Anfang bis zu Schluss in einer gegebenen Geschwindigkeit erzählt, kann die Betrachterin, der Betrachter den Inhalt, das Tempo und den Vertiefungsgrad der Information frei wählen. Für uns war das ein entscheidender Vorteil und sehr adäquat für die Klinik», wird Frank Steiner, Partner bei Quint und Projektverantwortlicher für die Onlinemagazine, in der Mitteilung zitiert.

Hanspeter Flury, Chefarzt und ärztlicher Direktor der Klinik Schützen Rheinfelden, habe sich von den Vorteilen gegenüber einem klassischen Film überzeugen lassen. «Das Onlinemagazin erlaubt eine selbstbestimmte, ruhige und vertiefte Informationsaufnahme, spricht alle Sinne an und ist jederzeit wiederholbar – als Ganzes oder nur bei einzelnen Inhalten. Damit widerspiegelt es die modernen Konzepte der individuell abgestimmten, ressourcenorientierten Therapien und Behandlungen», so Flury.

Der Erfolg spreche für Multimedia-Storytelling

Die Aufenthaltsdauer auf den Magazinen beträgt laut eigenen Angaben durchschnittlich knapp sechs Minuten. Die Absprungrate liegt bei nur gerade rund fünf Prozent. Wer also beginne, sich die Magazine anzuschauen, bleibe dabei und fast immer bis zum Ende. «Dieser anhaltende Erfolg überrascht auch uns. Damit hätten wir nicht gerechnet», so Steiner von Quint.

Die Magazine wurden in Zusammenarbeit mit dem Luzerner Szenografen Ralph Eichenberger und seinem Team realisiert. Produziert wurden sie mit Pageflow, einer Open-Source-Software und Publishing-Plattform für Multimedia-Storytelling. Während fünf Monaten filmten, schnitten und inszenierten Eichenberger und sein Team in der Klinik und ausserhalb, führten Gespräche mit Patientinnen und Patienten, Fachärztinnen und Therapeuten. Neun Drehtage wurden für die vier Onlinemagazine aufgewendet. (pd/cbe)



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