25.05.2019

Swissmilk

«WhatsApp-Newsletter haben grosses Potenzial»

Nach eineinhalb Monaten erreicht der WhatsApp-Dienst der Swissmilk-Rezepte bereits 6500 Abonnenten, die Öffnungsrate beträgt 25 Prozent. Im Interview sagt Social-Media-Leiter Ronny Kupferschmid, welche Ressourcen für den Newsletter nötig sind.
von Loris Gregorio

Herr Kupferschmid, warum hat sich Swissmilk für die Einführung eines WhatsApp-Newsletters entschieden?
In der Schweiz gibt es rund 6,5 Millionen WhatsApp-Nutzer, wie eine Social-Media-Umfrage von Xeit.ch zeigt. Instagram – auf dem wir natürlich auch einen Kanal haben – hat nicht einmal halb so viele Nutzer. Das Potenzial eines WhatsApp-Newsletters ist also gross. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, zum Beispiel Deutschland, sind WhatsApp-Newsletter bei uns noch nicht sehr etabliert. Es gibt zwar in der Schweiz schon Unternehmen, die nebst anderen Inhalten auch Rezepte per WhatsApp ausspielen. Aber wir sahen die Chance, als «First Mover» einen dezidierten WhatsApp-Rezepte-Newsletter zu starten. Auch auf dem Hintergrund, dass WhatsApp seine Haltung zu Newsletter-Pushs überdenkt. Gemäss unseren Informationen erlaubt WhatsApp derzeit keine neuen Newsletter-Lancierungen mehr. Dies hatte sich bereits im April angekündigt, aber jetzt konkretisiert. Also handelten wir.

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Mit welchen Kosten muss eine Firma rechnen, um einen WhatsApp-Newsletter auszubauen?
Die Kosten sind überschaubar. Wir hatten einen gewissen Initialaufwand mit der Agentur Dept. Dabei ging es vor allem um die Evaluation der Partner und Tools und um das Aufsetzen des CMS. Den Kanal bewirtschaften wir heute ausschliesslich mit internen Ressourcen, die vor dem Projekt bereits bestanden haben. Sprich: Für Texte, Rezeptfindung und Community Management ist ausschliesslich das bestehende Swissmilk-Social-Team verantwortlich.

Wie sieht das Feedback der Abonnenten aus?
Nach anderthalb Monaten haben wir bereits 6500 Abonnenten, Tendenz weiterhin steigend. Die Öffnungsrate beträgt 25 Prozent, was im Verhältnis zu anderen Social-Media-Massnahmen, etwa einem Banner, deutlich höher ist. Zusätzlich haben wir bereits viel positives Feedback von Konsumenten erhalten.

Was muss man für einen WhatsApp-Newsletter beim Datenschutz beachten? Hat die deutsche Absendernummer etwas damit zu tun?
Zentral ist natürlich, dass wir die Telefonnummer der Nutzer – die für diesen Newsletter logischerweise übermittelt sein muss – nur für den WhatsApp-Versand verwenden. Über die Datenschutzfragen geben wir auf unserer Website detailliert Auskunft. Die deutsche Telefonnummer spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Die Software-Lösung ist zu hundert Prozent konform mit der Datenschutz-Grundverordnung der EU. Wir haben im Evaluationsprozess mit der Agentur gründlich nach Schweizer Alternativen gesucht. Leider wurden wir nicht fündig. Wir sind an dem Thema weiter dran.

Welche Nachteile finden sich in dieser Form eines Newsletters?
Der Nachteil ergibt sich aus dem Vorteil. WhatsApp ist für viele Benutzer eines der wichtigsten und persönlichsten Kommunikations-Tools. Man erwartet zeitnah rasche, direkt formulierte Antworten. Wenn wir diese Erwartungshaltungen erfüllen können, ist die Chance eines solchen Newsletters gross. Aber an welchem Punkt überspannt man den Bogen? Welches ist die richtige Anzahl Pushs? Wann wird es zu viel und gerade auf dieser persönlichen App störend? Das wird der Balanceakt bei diesem Projekt sein.

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Für welche Branchen und Zielgruppe eignet sich dieses Tool?
Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Abonnenten geringer bleibt als zum Beispiel auf Facebook, dafür ist offensichtlich die Zahl der Interaktionen grösser. Das zeigen wie gesagt die ersten Zahlen. Daraus können wir schliessen, dass WhatsApp vor allem ein Kanal für die «echten Fans» ist. Wichtig ist dabei auch, dass per Chatbot ein grosser Teil der möglichen Fragen beantwortet werden kann. Ganz generell ist es eine B2C-Massnahme, sie richtet sich an Kunden einer Marke mit einem gewissen «Like»-Faktor.

Swissmilk versendet auch noch einen E-Mail-Newsletter. Wie unterscheidet sich dieser zu WhatsApp?
Sie unterscheiden sich in der Frequenz, in der Länge und in der Thematik. E-Mail-Newsletter gibt es rund einmal pro Monat, WhatsApp-Newsletter dreimal pro Woche. Ein WhatsApp-Post hat ein Bild und einen einzigen übersichtlichen Inhalt, im Mail-NL kann gescrollt werden. Und im E-Mail-Newsletter sprechen wir über verschiedenste Themen wie Kampagnen, Promotionen, Gewinnspiele, Ernährungswissen et cetera, bei einem WhatsApp-Newsletter muss der Rahmen enger gesteckt sein. Genau wegen dem erwähnten «Privacy»-Faktor. Deshalb geht es vorderhand nur um Rezepte.



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