13.02.2016

Furrerhugi

«Das ist keine PR-Plattform für unsere Kunden»

Mit influence.ch lanciert Furrerhugi einen Blog, der unter der Leitung von Pascal Ihle Artikel und Analysen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Politik veröffentlicht. Im Gespräch mit persoenlich.com erklärt Andreas Hugi, was die Kommunikationsagentur damit erreichen will.
Furrerhugi: «Das ist keine PR-Plattform für unsere Kunden»

Sie haben am Freitag einen Blog lanciert, was ist die strategische Überlegung dahinter?
Wir wollen als Kommunikationsagentur ein kritischer, konstruktiver und scharfsinniger Mitdenker sein, der sich mit dem Zeitgeschehen und den Fragen von morgen auseinandersetzt. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Plattform influence zu lancieren. Wir möchten Denkanstösse einem erweiterten Freundes- und Interessentenkreis zur Verfügung stellen. Denn auch das verstehen wir unter Kommunikation: Teilen von Wissen, im Sinn der sharing economy und der Transparenz.

Als Kommunikationsagentur versuchen Sie ja eigentlich, die Medienberichterstattung zu lenken. Umgehen Sie nun einfach die traditionellen Medienkanäle?
Nein, wir betreiben mit influence keine PR-Plattform für unsere Kunden. Im Vordergrund stehen relevante politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen. Klar ist aber auch, dass wir uns in der Aufarbeitung und Analyse der Themen nicht gegen die Interessen unserer Kunden wenden. In diesem Sinne sind wir nicht unabhängig – relevant versuchen wir aber trotzdem zu sein.

Wie legen Sie die thematischen Schwerpunkte fest?
Unser Redaktionsteam legt unter der Leitung von Pascal Ihle Themen fest, die wichtig sind und wichtig werden: Analysen, Studien, Interviews mit Persönlichkeiten, die über den Tellerrand hinausschauen. Und Charts sollen dazu beitragen, komplexe Zusammenhänge einzuordnen, Hintergründe verständlich zu machen und die richtigen Fragen zu stellen. Unsere Beiträge werden Themen aufnehmen, die unsere Entscheidungen und unser Handeln prägen. In diesem Sinne wollen wir Orientierungshilfen geben.

An wen richtet sich Ihr Blog und wie wollen Sie Reichweite erzeugen?
Wir richten uns mit influence an Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, an Personen, die am aktuellen Zeitgeschehen interessiert sind, sowie an die Freunde von Furrerhugi. Ich bin überzeugt, mit unserem zweiwöchentlichen Newsletter schon bald einen festen Platz in den Mailboxen unserer Abonnenten und Freunde zu haben.

Geleitet wird influence von Pascal Ihle, der dafür seinen Job als stellvertretenden Chefredaktor der «Handelszeitung» aufgegeben hat. Wie konnten Sie ihn von diesem Projekt überzeugen?
Nach zehn Jahren als Redaktor bei der NZZ und zehn Jahren bei der «Handelszeitung» suchte Pascal Ihle eine neue Herausforderung und fand sie bei uns in der strategischen Kommunikationsberatung. Die Tätigkeit an der Schnittstelle von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat ihn überzeugt. Influence ist eines seiner Projekte. Wir mussten ihn davon aber gar nicht überzeugen, sondern haben das Projekt miteinander entwickelt

Was bedeutet es für die Medienlandschaft, wenn Journalisten zu Kommunikationsagenturen abwandern, um dort Journalismus zu betreiben?
Wir konkurrieren in keiner Art und Weise die Verlagshäuser und betreiben auch nicht Journalismus. Wir verschicken lediglich alle vierzehn Tage einen Newsletter mit vier bis sechs Beiträgen, die für uns und hoffentlich auch für unsere Leserinnen und Leser eine gewisse Relevanz haben. Es ist ja nichts Ungewöhnliches, dass Unternehmen und Einzelpersonen ihre Gedanken auf Blogs und per Newsletter verbreiten.

Sie eröffnen den Blog mit einem Beitrag, der die Durchsetzungsinitiative auf ihre Völkerrechtskonformität beleuchtet. Wie vereinbaren Sie eine politische Positionierung in Ihrem Blog mit potentiellen Kunden, die anderer Meinung sind?
Wir haben uns auf influence weder für noch gegen die Durchsetzungsinitiative geäussert. Wir werden auf influence in Abstimmungskampagnen nie eine Parole fassen. Uns ging es darum, auf einer übergeordneten Ebene zu zeigen, was genau das Völkerrecht ist und inwiefern das Völkerrecht die Schweiz tangiert. Wir haben sieben Fragen gestellt und sieben Antworten geliefert, und zwar ganz im Sinne von Aufklärung.

Wo sehen Sie influence.ch in zwei Jahren?
Wir hoffen, dass unsere Leserinnen und Leser influence nach wie vor mögen werden und sich jeden zweiten Freitag auf den Newsletter freuen.

Bild: zVg

 

 


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Urs E. Gattiker - DrKPI
13.02.2016 18:53 Uhr
Das finde ich sehr interessant. Doch leider kommt der Blog im Web 1.0 Kleid daher, d.h. eine Kommentarfunktion gibt es nicht. Aber wenn der Blog "Wir richten uns mit influence an Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, an Personen, die am aktuellen Zeitgeschehen interessiert sind, sowie an die Freunde von Furrerhugi" erreichen möchte, sollte da nicht deren Engagement mit den Inhalten gefördert werden? Hier eine Fallstudie dieser Problematik auf Corporate Blogs wie Influence: http://blog.drkpi.de/dialog-ist-selten-in-corporate-blogs/ Bin auf die Antwort gespannt.
Kommentarfunktion wurde geschlossen