Herr Bohnenblust, Sie trennen sich nach 14 Jahren per sofort von Ihrem Geschäftspartner Joseph Haas (persoenlich.com berichtete). Das kommt überraschend. Gab es wirklich keinen Streit?
Nein. Wir gehen wirklich in Freundschaft auseinander. Wir hatten geschäftlich einen Durchhänger: Das Agenturgeschäft ist sehr volatil und kompetitiv geworden, die Aufträge blieben aus. Wir versprechen uns durch die Trennung frische Impulse.
Wie wird sich die Ausrichtung der Agentur verändern?
Wir werden verstärkt auf digitale Medien setzen, prüfen aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Agenturen. Wir werden ein sehr kleines, auf Beratung fokussiertes Team sein und die nötigen Kompetenzen ad hoc einkaufen, wenn dies erforderlich ist.
Das heisst: Sie werden keinen neuen Partner suchen und auch nicht neue Leute einstellen.
Genau, für den Moment führe ich die Agentur alleine weiter. Derzeit sind wir noch zu dritt. Sobald es das Geschäft zulässt, wollen wir natürlich wieder wachsen. Wir würden auch gerne wieder eine eigene Inhouse-Kreation aufbauen, das ist derzeit aber noch kein Thema.
Wie haben Ihre Kunden auf die Trennung reagiert?
Grundsätzlich wurde die Trennung mit Erstaunen, teilweise auch mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Unsere wichtigen Kunden haben wir selbstverständlich im Vorfeld informiert und mit ihnen Gespräche geführt. Wir können unsere bisherigen Dienstleistungen weiter aufrechterhalten und freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit mit den bestehenden Kunden. Und auf spannende Aufgaben, die wir uns durch die neue Konstellation und Ausrichtung auch von der Kundenseite erhoffen.
Werden Sie Ihren tollen Standort direkt an der Limmat behalten können?
Ja, wir bleiben an der Schipfe 32.
Interview: Seraina Etter

