Der Zürcher FDP-Gemeinderat Përparim Avdili hat am Donnerstagabend seine Kampagne für das Stadtpräsidium lanciert. Rund 200 Gäste kamen zur Veranstaltung im Mascotte in Zürich. Hinter der Kampagne stehen bekannte Werber und Strategen: David Schärer und David Wember von DS Studio. Wember hatte zuvor bei Farner den Wahlkampf des SP-Politikers Islam Alijaj orchestriert, der 2023 in den Nationalrat gewählt wurde (persoenlich.com berichtete).
Die Kampagne, gestaltet von Creative Director Constantin Camesasca, wird ab sofort bis Dezember in der ganzen Stadt präsent sein. Das Keyvisual zeigt Avdili vor dem Zürcher Stadthaus mit der Headline: «Der nächste Stapi muss nicht Golta heissen.» Damit nennt der FDP-Kandidat den Namen seines Konkurrenten Raphael Golta direkt auf dem eigenen Plakat – eine für Schweizer Wahlkämpfe ungewöhnliche Strategie.
«Heute gehen fast alle Beobachterinnen und Beobachter davon aus, dass im März Raphael Golta auf Corine Mauch folgen wird», so David Schärer auf Anfrage von persoenlich.com. «Deshalb muss die Kampagne in einem ersten Schritt deutlich machen: Diese sozialdemokratische Thronfolge ist kein Naturgesetz.» Das Stadtpräsidium wurde zuletzt bis 1990 von Thomas Wagner freisinnig geführt, seither war Zürich durchgehend in der Hand der SP.
«Positionierungsstrategie liegt auf der Hand»
Weitere Sujets zeigen Avdili mit Headlines wie «Der nächste Stapi muss nicht SP-ablishment sein», «Der nächste Stapi muss ein Mieter sein» oder «Der nächste Stapi muss ein Altstetter sein». Avdili ist in Altstetten aufgewachsen und hat dort den grössten Teil seines Lebens verbracht. Heute wohnt er knapp an der Quartiergrenze im benachbarten Albisrieden. «Diese Positionierungsstrategie liegt auf der Hand: Als Secondo, Arbeiterkind, Mieter, ehemaliger Paketbote und Altstetter repräsentiert Përparim die Lebensrealität vieler Zürcherinnen und Zürcher mehr als manch anderer im Feld der Kandidatinnen und Kandidaten», so Schärer weiter.
Das «Altstetter-Sujet» wecke Erinnerungen an ein berühmtes Inserat, auf dem mit dem Slogan «Der nächste Kanzler muss ein Niedersachse sein» für den damaligen deutschen Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder geworben wurde, so Schärer weiter. «Diese Parallele zum Schröder-Inserat haben wir bei der Entwicklung der Kampagne diskutiert – und sie gefällt uns. Denn bei allen Unterschieden gibt es auch etwas, was die beiden verbindet: eine bewegende Aufstiegsgeschichte aus einfachsten Verhältnissen.»
Avdili hatte sich im September bei der Plakat-Petition gegen das geplante Werbeverbot in Zürich beteiligt. Gemeinsam mit Verleger Matthias Ackeret übergab er dem Gemeinderatspräsidenten Christian Huser über 2000 Unterschriften.
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