01.10.2020

Heimat Zürich

Krebsliga wirft Andreas Glarner über Bord

Eine geplante Werbekampagne wird gestoppt, bevor sie überhaupt ausgestrahlt wird. Grund dafür ist Glarners Verbalattacke auf Nationalrätin Sibel Arslan. Die Agentur steht hinter dem Entscheid der Krebsliga und der Bank Cler.
Heimat Zürich: Krebsliga wirft Andreas Glarner über Bord
Ruderte über den Pfäffikersee: Andreas Glarner. (Bild: Screenshot TeleZüri)
von Christian Beck

SVP-Nationalrat Andreas Glarner und SP-Nationalrat Fabian Molina sind gemeinsam in ein Ruderboot gestiegen. Grund dafür waren Dreharbeiten für eine Spendenkampagne der Krebsliga. Die Idee: Pro Videoaufruf spendet die langjährige Partnerin Bank Cler der Krebsliga einen bestimmten Betrag – dies wird möglich dank einer innovativen Kampagnenmechanik.

So weit kommt es nun nicht: Der Spot mit Glarner wird nicht gezeigt, wie TeleZüri am Mittwochabend berichtete. Grund dafür ist Glarners Verbalattacke: Letzte Woche bezeichnete er Nationalrätin Sibel Arslan (Grüne) vor laufenden Kameras als «Arschlan» und sagte Sätze wie: «Das gibt es in deinem Staat nicht.» «Das überschreitet für uns die Grenzen des zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Anstands», so Marc Kempe, Leiter Kommunikation Krebsliga Schweiz gegenüber TeleZüri. Unter anderem die CH-Media-Zeitungen, der Blick20 Minuten oder Nau.ch berichteten am Donnerstag über den Kampagnenstopp.

Verantwortlich für die Spendenkampagne ist die Agentur Heimat Zürich. «Die Kampagne wurde von der Aktualität eingeholt – den Film mit Fabian Molina und Andreas Glarner haben wir Anfang September gedreht», sagt Simon Rehsche, Managing Partner und Strategiechef bei Heimat, auf Anfrage von persoenlich.com. Dass der Film nun nicht die Schweiz erheitern werde, sei natürlich bedauerlich. «Wir stehen aber absolut hinter dem Entscheid der Krebsliga und der Bank Cler, für die wir die Kampagne gemeinsam mit Shining Pictures entwickelt und produziert haben.» Dass Marken wahre Haltung zeigen, werde immer gefordert. «Hier wurde das mit dem Stopp des Films nun gelebt», so Rehsche.

Die Kampagne werde aber bald mit weiteren, ebenso überraschenden Paarungen lanciert. Wer die Protagonisten sein werden und was diese tun, will Heimat Zürich momentan noch nicht verraten. Rehsche: «So viel vorweg: Es wird unterhaltsam.»



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Kommentare

  • Victor Brunner, 01.10.2020 15:01 Uhr
    „Kampagne wurde von der Aktualität eingeholt“, so Heimat. Die Aktualität war schon vor Monaten als Glarner eine junge Lehrerin aufs Übelste gemobbt hat. Dass da bei Heimat oder der Krebsliga niemand Stopp gesagt hat erstaunt, nachdem nun seit Monaten über Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und andere Grenzwertüberschreitungen Ereignisse diskutiert wird. Es gibt genügend SVP Leute für so einen Spot, da ist einer der grössten Hetzer fehl am Platz!
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