Das Inserat fällt auf. Nicht nur, weil es ganzseitig daherkommt, sondern auch wegen der Aufmachung als offener Brief und der knalligen roten Farbe. Mit der Anzeige, die in den grossen Zürcher Zeitungen und Le Temps in der Westschweiz platziert wurde, bedankt sich Coca-Cola bei der Schweiz, respektive den Konsumentinnen und Konsumenten des Getränks.
Der 1. August bietet sich ideal dafür an, die Verankerung in der Schweiz zu betonen. Nicht nur werde das Getränk mit heimischen Zutaten und von Schweizer Personal hergestellt, Coca-Cola habe sogar einen eigenen Spitznamen erhalten – «äs Coci». Daraus schliesst das Unternehmen: «Wir gehören dazu.»
In der Realität gehört «Coci» nicht mehr überall dazu. Die Charmeoffensive kommt also nicht ganz zufällig. So haben zum Beispiel die SBB in ihren Speisewagen Coca-Cola aussortiert und durch Vivi Kola ersetzt. Auch bei kleineren Gastrobetrieben finden sich vermehrt Alternativen oder gar keine Cola-Getränke im Angebot. Gleichzeitig machen die Detailhändler Druck auf Coca-Cola Schweiz, die Preise zu senken. Verhandlungen dazu sind bisher ergebnislos verlaufen.
Wenn zwei sich streiten, freut sich bekanntlich der Dritte: Am Ende profitiert die Presse, die schönes Geld kassiert für die grossen Coca-Cola-Anzeigen.
Nick Lüthi ist Redaktor von persoenlich.com.



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1. August: Coca-Cola charmiert, Presse kassiert