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Ein Knaller aus dem Bakom

Roger Schawinski

Ei, war das putzig.  Bakom-Vizechef Matthias Ramsauer  präsentierte nach der selbst drei Jahre nach der Ausschreibung noch längst nicht abgeschlossenen Vergabe der Radiokonzessionen neue Vorschläge für das nächste Mal. Man wolle aus den wenigen Fehlern lernen, verkündete er am Radio Day treuherzig. So könnte man in Zukunft die Radiokonzessionen versteigern, das heisst meistbietend vergeben, verriet er. Da eine Vielzahl von Radiosendern mit Splitting-Geldern alimentiert werden, kann das ein fröhliches Rechenspiel  werden. Ein Beispiel: Ich gehe beim Steigern bis zu Betrag X, wenn ich dann per Subvention während zehn Jahren insgesamt den Betrag Y zurückerhalte. Noch origineller war die Idee, die Konzessionen zu verlosen, die Ramsauer allen Ernstes enthüllte. Das würde das unsägliche Bakom-Verfahren mit Sicherheit abkürzen. Anstelle einer monumentalen Eingabe müssten nur drei klitzekleine Fragen geklärt werden: Wie viele Lose kann man maximal kaufen? Was kostet ein Los? Und wer hat bei der Ziehung die Hände mit im Spiel? Das wäre bestimmt viel effizienter und amüsanter, als das, was die gequälten Radiomacher  in den letzten Jahren erlebt haben. Aber man würde Matthias Ramsauer und seine extrem kreativen Mitarbeiter unterschätzen, wenn man ihnen nicht noch weitere Vorschläge zutrauen würde. So meinte der Bakom-Mann ungerührt, denkbar  wäre auch eine Vergabe nach dem Prinzip „first come, first serve“. Das ginge natürlich ebenfalls zackig über die Bühne. Es müsste allein  – in Anlehnung an die Erfahrungen mit dem jeweils neuen iPhone -  geklärt werden, in welcher Nacht man sich als Radiomacher  in Biel möglichst  früh anstellen muss, um mit Sicherheit zu einer Konzession zu gelangen. Nur eine einzige, mindestens so unsinnige Spielart blieb leider unerwähnt. Denn die Radiokonzessionen könnten auch in Form von russischem Roulette vergeben werden. Das würde die Spannung doch wirklich in völlig neue Dimensionen befördern. In Biel sollten sie deshalb beim weiteren Ausfeilen der vielen in Zürich präsentierten Unsinnsideen auch mit dem Testen von russischem Roulette beginnen. Das ergäbe dann den ersten echten Knaller, der je aus dem Bakom gekommen ist.
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