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Gedruckte und digitale Bezahlmedien fördern

Andreas Häuptli

Der Bundesrat will die Medienförderung grossmehrheitlich auf die Bezahlmedien ausrichten. Das ist absolut richtig so. Nur mit einer hohen Leserbindung, die sich auch in einer Zahlbereitschaft zeigt, ist zukünftig ein tragfähiges Geschäftsmodell zu etablieren. Das gilt ganz speziell für digitale Titel.

Das Massnahmenpaket zugunsten der Medien ist als ein solches zu verstehen: als Paket, das die Transformation der demokratierelevanten Medien – gedruckt wie digital – für die nächsten 10 Jahre unterstützt.

Die indirekte Presseförderung hat sich bewährt und soll ausgebaut werden. Diese breitenwirksamste Fördermassnahmen kommt mit dem vollen Ausbau mit 60 Millionen Franken für die Frühzustellung zukünftig rund 170 Publikationen zu Gute.

Die neue Digitalförderung ist – so offen viele Punkte sind, die erst in der Verordnung geregelt werden – der richtige Ansatz. Auch hier wird konsequent auf Bezahlangebote gesetzt, was Experten als einzige erfolgsversprechende Option sehen.

Den digitalen Journalismus rein über Onlinewerbung zu finanzieren gelingt in einem kleinen Land wie der Schweiz mit seinen noch kleineren Sprachräumen auf lange Frist nur ganz wenigen, reichweitenstarken publizistischen Angeboten.

Überhaupt keine Option ist das Konzept Reichweite für kleine Regionaltitel in ihren geografisch engen Räumen. Hier kann der professionelle Journalismus nur über die Leserschaft finanziert werden. Dass dies funktioniert, zeigt sich in Norwegen.

Wie auch Bundespräsidentin Sommaruga mehrmals betont hat, soll die maximale Unabhängigkeit der Titel gewahrt bleiben. Die Bezahlung durch die Leserinnen und Leser sieht sie denn auch als die breitestabgestützte Finanzierungsform, die ein Höchstmass an Unabhängigkeit garantiert.

Ob das über Abonnements, Tagespässe oder freiwillige Beiträge geschieht ist unerheblich. Es ist richtig, die Print- wie auch die Digitalförderung auf Bezahlmedien auszurichten.

Die geplante RTVG-Revision soll zudem den Weg frei machen, innovativen digitalen Branchenlösungen wie der Digital-Allianz und der neue Online-Forschung Unterstützung zu verschaffen.

In der Schweiz braucht die Transformation noch viel Zeit. Heute erreichen die gedruckten Zeitungen täglich noch immer doppelt so viele Leserinnen und Leser wie deren Onlineangebote.

Das vorliegende Massnahmenbündel ist durchdacht und verdient als Gesamtpaket – inklusive der viel diskutierten Digitalförderung – Unterstützung aller, die den professionellen Journalismus in der Schweiz in die Zukunft führen wollen.



Andreas Häuptli ist Geschäftsführer des Verbands Schweizer Medien.

Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.

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