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Jeder Rappen zählt

Matthias Ackeret

Eine kleine Vorwarnung: wer in fünf Monaten auf eine Weihnachtskarte der SRG wartet, tut dies vergebens. Diese wird eingespart. Dasselbe gilt bei den «Bhaltis» nach Leutschenbach-Besuchen. Zudem wird einem schon bald statt einer Infobroschüre ein fotokopiertes Faltblatt in die Hand gedrückt (persoenlich.com berichtete). Deutlich mehr einschenken wird aber der Ausstieg der SRG aus der Werbeallianz Admeira und die Verlegung der Berner Zentrale nach Zürich-Oerlikon. Alles, um 100 Millionen Franken einzusparen. Getreu der Devise eines berühmten Politikers: «Hütt en Rappe, morn en Rappe, git ä schöni Zipfelchappe!»

Dass es die SRG mit ihrer Sparankündigung so ernst meint, ahnte wohl doch niemand. Zumal die No-Billag-Abstimmung vor vier Monaten ein totaler Triumph war. Um den Verdacht eines Pyrrhussieges zu vermeiden, löst sich der neue SRG-Generaldirektor jetzt von allem überflüssigem Speck. Gilles Marchand stellt damit sogar Jane Fonda, die Mutter aller Fitnesstrainer, in den Schatten.

Am effizientesten wäre es aber, gleich alle Sendungen abzuschaffen. Doch so weit will die SRG noch nicht gehen. Zum Test trennt man sich erstmals von beliebten Identifikationsfiguren wie Monika Fasnacht oder Kurt Aeschbacher, der – gefühlt – bereits den Rütlischwur moderierte. Zuerst wird man nun wohl bei der Aktualität sparen. Das Schweizer Fernsehen hat es am Dienstagabend vergangener Woche vorgemacht: Während sich die ganze Nation nach dem Russland-Aus immer noch die Wunden leckte, stritt man sich im «Club» vier Stunden später über den Doppeladler. Dabei wäre es so schön gewesen, die Schweizer Spieler hätten gegen die Schweden überhaupt die Möglichkeit gehabt, einen solchen zu machen. Nach dem Siegestor.

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Kommentare

  • Silvan Grütter, 09.07.2018 21:00 Uhr
    Ackeret in Höchstform!
  • Peter Liechti, 10.07.2018 08:42 Uhr
    Lieber Matthias Ackeret, Am effizientesten wäre es, Sie würden Ihre eigenen unnötigen Kommentare abschaffen und die SRG einfach mal machen lassen. Wenn die SRG nichts tut, ist es Ihnen nicht recht. Wenn die SRG ihr System ernsthaft umkrempelt und die Ausgaben eindämmt, ist es Ihnen auch nicht recht. Es liegt nicht an der SRG, sondern wohl an Ihnen, wenn Sie mit nichts zufrieden sind und nirgends eine Lösung sehen.

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