«Warten auf Godot» heisst ein Klassiker des Theaters. Der Inhalt ganz banal: warten auf etwas, das nicht eintritt. Die Neuauflage – «Warten auf Weko» – wird momentan im Schweizer Medientheater gespielt. Warten auf etwas, das möglicherweise eintritt. In den Hauptrollen: die Tamedia, die Christoph Blochers Basler Zeitung und den Werbevermarkter Goldbach übernehmen wollen, sowie die AZ-Medien die mit den NZZ-Regionalmedien ein Joint Venture planen. Doch die Zustimmung der Wettbewerbskommission dauert (persoenlich.com berichtete).
Für die Beteiligten eine äusserst unbefriedigende Situation, da dadurch die Geschäftstätigkeit während Monaten blockiert ist und wertvolle Zeit verloren geht. Doch nun regt sich Widerstand: «Weltfremd» nannte Tamedia-CEO Christoph Tonini im Interview mit persoenlich.com die Weko-Untersuchungen. Ein Relikt aus alter Zeit, längst nicht mehr zeitgemäss.
Tonini hat nicht unrecht: Zusammenschlüsse in der Medienwelt entstehen schon lange nicht mehr aus Potenzgehabe und Grössenwahn, sondern aus blanker Not. «Wir sind Zwerge, umgeben von Giganten», sinniert der Tamedia-Chef. Ein träfer Vergleich angesichts der Dominanz der amerikanischen Internetmultis Google und Facebook, die mittlerweile den halben Schweizer Werbemarkt abschröpfen. Oder überspitzt formuliert: Die Bemühungen der Weko erinnern an jene Landwirte, die mit ihren Spritzkannen den Hitzesommer bekämpfen wollen.
Trotzdem ist das Weko-Bashing ein bisschen ungerecht: sind es doch die gleichen Wettbewerbshüter, die noch vor kurzem beim Bündner Bauskandal als neue Helden gefeiert wurden. Man lerne: Verleger sind keine Baulöwen, Zwerge keine Giganten, Godot aber auch nicht Weko. Das eine war nur Theater.
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14.08.2018 05:23 Uhr



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Übernahmen in der Medienbranche: Warten auf Weko