3,6 Millionen Personen in der Schweiz spielen mindestens gelegentlich Computerspiele, Onlinespiele oder Games. Das entspricht 57 Prozent der internetnutzenden Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 75 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 246'000 Personen gestiegen, wie die Studie Digimonitor der Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) und der Wemf AG für Werbemedienforschung zeigt. Damit erreicht Gaming ein grösseres Publikum als Streaming-Plattformen wie Spotify mit 55 Prozent oder Netflix mit 54 Prozent. Die Ergebnisse wurden am Dienstag an einem IGEM-Webinar vorgestellt.
Die tägliche Nutzung hat ebenfalls zugenommen: 1,4 Millionen Menschen spielen täglich Games, das entspricht 23 Prozent der Bevölkerung. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 20 Prozent beziehungsweise 1,3 Millionen Personen, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Zwischen den Sprachregionen zeigen sich markante Unterschiede: In der Deutschschweiz spielen 24 Prozent der Bevölkerung täglich, in der Westschweiz sind es 19 Prozent und im Tessin lediglich 15 Prozent.
Rund zwei Drittel der Männer spielen ab und zu Games, bei den Frauen ist es knapp die Hälfte. Die Altersstruktur ist bei den Geschlechtern gegensätzlich: Bei Männern nimmt der Game-Konsum mit zunehmendem Alter ab. 40 Prozent der 15- bis 19-jährigen Männer spielen täglich, gefolgt von den 20- bis 29-Jährigen mit 33 Prozent und den 40- bis 49-Jährigen mit 22 Prozent. Bei den Frauen verhält es sich umgekehrt: Nur 13 Prozent der 15- bis 19-Jährigen spielen täglich, während Frauen im Alter von 60 bis 75 Jahren die aktivsten Gamerinnen sind – 34 Prozent spielen täglich.
Das beliebteste Gaming-Gerät bleibt das Smartphone: 2,7 Millionen Menschen spielen gelegentlich Games auf dem Handy, was 42 Prozent der Bevölkerung entspricht. An zweiter Stelle stehen Spielkonsolen mit 1,7 Millionen Nutzenden und 26 Prozent, gefolgt vom Tablet mit 20 Prozent, Laptop mit 17 Prozent und PC mit 14 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr haben Konsolen am deutlichsten zugelegt: Die Nutzung stieg von 23 Prozent auf 26 Prozent, das entspricht einem Plus von 210'000 Personen. Ältere Personen verwenden fast ausschliesslich Smartphone und Tablet, während jüngere Personen eine grössere Gerätepalette nutzen.
Die beliebteste Konsole ist die Nintendo Switch mit 15 Prozent der Bevölkerung, dicht gefolgt von der Sony Playstation mit 14 Prozent. Die Microsoft Xbox liegt mit 4 Prozent deutlich zurück. Die Nintendo Switch spricht im Unterschied zur Konkurrenz eher Frauen an: Das Geschlechterverhältnis ist beinahe ausgeglichen, während Männer bei Xbox und Playstation fast 80 Prozent ausmachen. Mit dem Launch des Nachfolgers Switch 2 im Juni 2025 dürfte die Konsole seit Abschluss der Befragung nochmals an Beliebtheit gewonnen haben.
Gratis-Spiele dominieren
Fast die Hälfte der Bevölkerung spielt kostenlose Games: Drei Millionen Personen spielen Gratis-Spiele, davon 35 Prozent ohne und 38 Prozent mit Werbung. 30 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist bereit, für Games zu bezahlen. Rund die Hälfte der gamenden Personen kauft gelegentlich ein Game, wobei 73 Prozent der Käufer Männer sind. Am beliebtesten sind Onlinespiele mit 36 Prozent, gefolgt von physischen Datenträgern mit 28 Prozent. Fast jeder fünfte Gamer kauft spielverbessernde Items, jeder Zehnte kosmetische In-Game-Items wie sogenannte Skins. Solche käuflichen Extras sind vor allem bei jüngeren Spielern gefragt, der Altersschnitt bei kosmetischen Items liegt bei 27 Jahren.
Die starke Verbreitung von Gratis-Games spiegelt sich in der Rangliste der Genres: Am beliebtesten sind die meist kostenlosen Casual Games wie Gedächtnis-, Denk- und Lernspiele mit 31 Prozent der Bevölkerung, Kartenspiele mit 24 Prozent, Brettspiele mit 23 Prozent und Puzzles mit 21 Prozent. Core-Games, die sich an eingefleischte Gamer richten, erreichen hingegen vor allem ein jüngeres und vorwiegend männliches Publikum. Die beliebtesten Core-Genres sind Jump'n'Run und Rennspiele mit je 19 Prozent, gefolgt von Action und Adventure mit 15 Prozent. Simulationen haben im Vergleich zum Vorjahr stark zugelegt und liegen mit je 13 Prozent gleichauf mit Strategie- und Shooter-Games.
Mehr als die Hälfte der Gamenden spielt mindestens gelegentlich Multiplayer-Games mit Freunden, Familie oder der Online-Community. Bei den 15- bis 34-Jährigen sind es drei Viertel, wobei ein grosser Teil dieser Altersgruppe wöchentlich oder gar täglich Multiplayer-Games spielt. Mit dem Alter nimmt das Interesse am gemeinsamen Gamen ab: Unter den 55- bis 75-Jährigen spielt nur rund ein Fünftel gelegentlich Multiplayer-Games, insbesondere ältere Frauen beschäftigen sich fast ausschliesslich mit Singleplayer-Games.
Der Vergleich mit Nicht-Gamern zeigt: Gamer sind technisch besser ausgestattet und haben neben einem Fernseher meist auch einen PC. Sie bestellen häufiger Essen online und verbringen deutlich mehr Zeit auf Plattformen wie YouTube, Discord oder Twitch mit vielen Game-Inhalten. Zudem sind sie seltener für den Haushalt zuständig und häufiger nicht erwerbstätig. Überraschend: Gamer gehen allerdings häufiger ins Kino und nutzen häufiger Teletext als Nicht-Gamer.
Die Studie Digimonitor erhebt seit 2014 jährlich die Nutzung von elektronischen Medien und Geräten in der Schweiz. Die Online-Befragung fand im März und April 2025 statt. Im Auftrag der IGEM und der Wemf AG für Werbemedienforschung befragte Intervista 1959 Personen, davon 1004 in der Deutschschweiz, 756 in der Romandie und 199 in der italienischen Schweiz. Das Vertrauensintervall liegt bei maximal plus/minus 2,2 Prozentpunkten. (pd/cbe)






