Eine emotionale Dokumentation namens "Kony 2012" verbreitet sich derzeit in Rekordgeschwindigkeit auf Facebook und Twitter. Das YouTube-Video, das meist kommentarlos im eigenen Facebook-Profil gepostet wird, erzählt die Geschichte von Jacob. Jacob kommt aus Uganda, sein Bruder wurde Opfer des Kriegsverbrechers Joseph Rao Kony. Hinter der Aktion steckt die amerikanische Organisation Invisible Children Inc. Erklärtes Ziel der Macher ist es, Kony bekannt zu machen und einen der grausamsten Rebellenanführer zu stoppen.
Mit der zunehmenden Verbreitung melden sich auch Kritiker zu Wort: User hinterfragen das Video und die Organisation. Nur ein Drittel der Spenden käme tatsächlich in Uganda an, so ein Vorwurf wie 20 Minuten Online schreibt. Trotzdem verbreitet sich das Video ungebremst weiter.
Ein Ziel des US-Filmemachers Jason Russell ist damit zumindest erreicht: Das zu Beginn der Doku angekündigte "Experiment", Informationen in der vernetzten Welt millionenfach und wie ein Lauffeuer zu verbreiten. Am Donnerstagabend war das Video bereits 40 Millionen Mal angeklickt worden - nach nur zwei Tagen Präsenz im Netz. (cb)

